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Aus der Stadt Techniker repariert Aufzug im Hochhaus in 2,5 Stunden
Hannover Aus der Stadt Techniker repariert Aufzug im Hochhaus in 2,5 Stunden
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23:20 05.08.2010
Geht doch: Techniker Frank Fischer beendet das Aufzugsdrama in Groß-Buchholz.
Geht doch: Techniker Frank Fischer beendet das Aufzugsdrama in Groß-Buchholz. Quelle: Rainer Surrey
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Die Mieter atmen auf – und in der Bochumer Zentrale des Vermieters, der Deutschen Annington, hat man nun die Wartungsfirma zum dringenden Gespräch einbestellt.

Thyssen-Krupp-Aufzugstechniker Frank Fischer staunte nicht schlecht, als er am Donnerstagmittag in der Sven-Hedin-Straße 21 begann, den Aufzug zu untersuchen. Statt schwerwiegender Fehler fand er „nur Kleinigkeiten“. Nach einigen Handgriffen funktionierte die Anlage wieder. Heute will der Monteur die Technik noch einmal eingehend untersuchen und eine Bestandsaufnahme der notwendigen Sanierungen vornehmen. Thyssen-Krupp soll nun auch für das andere Hochhaus im Stilleweg 15 ein Angebot für eine Überarbeitung machen – auch dort war der Aufzug wochenlang ausgefallen, weil angeblich Ersatzteile fehlten.

Mit der Wartung der Aufzüge hatte die Annington ursprünglich die Bahntochter DB Services Nord GmbH beauftragt. Die teilte am Donnerstag in einer Stellungnahme mit, sie habe einen schwerwiegenden Schaden an einem Riemen in der Aufzugstechnik festgestellt und daher den Weiterbetrieb nicht für ratsam gehalten. Ersatzteile seien schwer zu beschaffen, daher habe sich die Montage verzögert. Warum Thyssen die Schnellreparatur gelang und warum weder Mieter noch Vermieter über die Verzögerung informiert wurden, soll jetzt geklärt werden. Annington-Abteilungsleiter Michael Berg kündigte zudem an, sich bei den Mietern „mit einer kleinen Aufmerksamkeit“ zu entschuldigen.

Kritik am Versäumnis der Stadt: Die Stadt hat am Donnerstag zwar einen Baukontrolleur zum Hochhaus entsandt – in Internetforen wie diesem gab es aber scharfe Kritik, dies sei deutlich zu spät geschehen. Unter anderem äußerte sich dort Axel Plaue, AWO-Bezirkschef und langjähriger SPD-Abgeordneter. Wenn die Zeitung tagelang über „baurechtswidrige Zustände“ berichte und davon, wie schwerbehinderte Mieter sich Stufen hinaufschleppten, müsse die Verwaltung viel schneller reagieren und eine Reparatur anordnen. „Ich bin als Mensch tief empört darüber, wie die Mieter in dieser Situation alleingelassen wurden“, bekräftigte Plaue auch im Gespräch mit der HAZ.

Conrad von Meding und Anna Greive

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