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Aus der Stadt Teil 3: HAZ-Leserbriefe zur Pegida-Berichterstattung
Hannover Aus der Stadt Teil 3: HAZ-Leserbriefe zur Pegida-Berichterstattung
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19:34 23.01.2015
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Provokation dient
 der Effekthascherei

Satire und Humor sind sicher wichtige Bestandteile auch in der Medienbranche. Das aber rechtfertigt meiner Meinung nach noch lange nicht, sich über Gruppen oder verschiedene Religionen mit überspitzter Feder lustig zu machen, ja diese durch Darstellungen sogar zu diffamieren. Hätte es nicht dieser Zeitung gut angestanden, diese provokative Seite zu unterlassen? Geht es hier vorrangig nicht eher um Effekthascherei und billigen Journalismus? Ich finde diesen Artikel und diese Art der Darstellungen einfach abscheulich – sie tragen auch nichts zum Verständnis fremder Menschen mit unterschiedlichen Religionen bei.

Hannover, Ernst Fischer

Vermeintlicher Respekt 
ist Selbstzensur

All diese verheulten Lichterketten mit ihren „Ich bin Charlie“-Pappschildern lassen nicht darüber hinwegtäuschen, dass Charlie Hebdo und ganz wenige Zeitungen weltweit überhaupt die dänischen Mohammed-Karikaturen veröffentlichten. Das Massaker in Paris wird zu noch mehr Selbstzensur der westlichen Medien führen. So nach dem Motto: Verspottung des Christentums und des Judentums durch Satire? Sehr gerne, aber wenn du etwas über den Islam sagst, bringen sie dich um. Ein kleines französisches Satiremagazin trug fast die ganze Last auf seinen Schultern. Paris war auch kein Angriff auf unsere sogenannte freie Presse. Es war ein Angriff auf wenige Journalisten, die wussten, dass ihre Arbeit für sie den Tod bedeuten konnte. Nicht den Tod in Kabul, sondern mitten in Europa. Fast alle anderen „Journalisten“ waren da schon im vorauseilenden Gehorsam eingeknickt und übten sich in Selbstzensur. Die Selbstzensur wird natürlich nicht als solche benannt, sondern man redet viel über Respekt, ein tolerantes Verständnis aller Religionen und Kulturen und einen interkulturellen Dialog. Das hört sich dann viel hübscher an, als Selbstzensur.

Hannover, Simon Löffler

Jesus als Stammvater der Terroristen?

Die Ausführung in dem von Simon Benne verfassten Artikel "Was steht eigentlich im Koran?" habe ich begrüßt – bis auf die Beantwortung der Teilfrage „Ist die Bibel friedvoller als der Koran?“ Wenn Herr Benne die beiden „martialischen“ Bibelstellen in seiner Antwort zitiert, kann man sie meines Erachtens nur so verstehen, als habe Jesus mit dem von ihm überlieferten Wort die im Artikel gestellte Frage mit Ja beantwortet, während die Beantwortung aller anderen der im Artikel gestellten Teilfragen mit den Zitaten der Koranexperten sehr differenziert und zurückhaltend ausfällt. Jesus als Stammvater aller gewalttätigen, bewaffneten Terroristen in der Welt? Dieser Ansicht aber widerspricht vollkommen der von der wissenschaftlichen Forschung erarbeiteten Gestalt des Historischen Jesus. Darum kann das Jesuswort nicht als metaphorisch verstanden werden! Die oben angeführte Teilfrage bedarf unbedingt einer sorgfältiger dargebotenen Antwort!

Hannover, Dr. Eberhard Schulze

Angriffe auf Freiheitsrechte

Wer bewaffnet den islamistischen Fundamentalismus, wer finanziert ihn, wer hat ihn gefördert? Es sind die USA, NATO-Staaten und die mit ihnen befreundeten Despotien Saudi-Arabien und Katar. Mit Hilfe der Islamisten wurde die Sowjetarmee in Afghanistan bekämpft, demokratische Bewegungen in arabischen Ländern werden bekämpft, das amtierende Staatsoberhaupt Libyens wurde ermordet,  der Krieg gegen Syrien dauert an. Verantwortlich: Politiker wie Sarkozy, Obama, Cameron. Der islamistische Fundamentalismus ist eine Kreatur westlicher Politik.

Wer profitiert von dem Verbrechen? Welche politischen Kräfte gedeihen mit dem antiarabischen Rassismus? In welchem ideologischen Klima fand dieses Verbrechen statt? Man denke nur an die Faschisierung der französischen Gesellschaft und denke mit Grauen an den islamophoben Bourgeois Michel Houellebecq, der sich Schriftsteller nennt. Genauso schuldig ist die Regierung Hollandes mit ihrer neokolonialen Haltung in Afrika und im Nahen Osten sowie der Unterstützung der schlimmsten Regime am Golf! Die Attentäter sind tot; Fragen können nicht mehr beantwortet werden! Warum hat einer von ihnen seinen Ausweis(!!) im Fluchtfahrzeug liegen lassen; was heißt es, dass sie den französischen Geheimdiensten bekannt waren? Wurde da geschlampt, weggeschaut oder jemand von der langen Leine gelassen? Der IS hat die Verantwortung übernommen? Wer ist eigentlich IS?

Man wird die Situation ausnutzen, um Angriffe auf Freiheitsrechte in Frankreich (und anderswo) zu verschärfen!

Hannover, Klaus Petermann

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