Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Telekom zahlt doch ihre Schulden
Hannover Aus der Stadt Telekom zahlt doch ihre Schulden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:37 28.10.2011
Von Mathias Klein
Foto: Annegret Fischer
Viel Hin und Her um 70 Cent: Annegret Fischer soll für ihre Mühe von der Telekom jetzt fünf Euro als Entschädigung erhalten. Quelle: Rainer Surrey
Anzeige
Hannover

Annegret Fleischer soll zu ihrem Recht kommen. Fast ein halbes Jahr lang hat sie fast täglich die Hotline der Telekom angerufen, weil das Unternehmen ihr 70 Cent schuldete. Immer wieder wurde sie mit den unterschiedlichsten Ausreden vertröstet und abgewimmelt. Jetzt, nach monatelanger Mühe und Ärger will ihr die Telekom nun doch endlich die Schulden zurückzahlen. Das ist der 64-Jährigen aus Bemerode jetzt in einem Telefonat versprochen worden.

Fleischer hatte im vergangenen Frühjahr aus Kostengründen den Vertrag mit der Telekom gekündigt und war zum hannoverschen Anbieter htp gewechselt. Seitdem schuldet ihr die Telekom noch 70 Cent. „Der Betrag ist ja gering, aber um die Höhe geht es mir nicht“, meint die 64-Jährige. Es gehe ihr einfach ums Prinzip. Denn es könne nicht sein, dass ein großer Konzern jeden Cent bei seinen Kunden einfordere, es aber gleichzeitig nicht so genau nehme, wenn zu viel gezahlte Telefongebühren zurückgezahlt werden müssen.

So oft hat Fleischer mittlerweile die Kundenhotline des Unternehmens angerufen, dass sie es gar nicht mehr zählen kann. Manchmal tippte sie die Nummer sogar zweimal am Tag, und selbst dann bekam sie immer eine andere Auskunft. Mal hörte sie, wie die freundliche Telefonstimme sagte, dass sie gar kein Guthaben bei der Telekom habe. Ein anderes Mal versprach ihr ein Mitarbeiter, sich umgehend um die Überweisung zu kümmern. Aber daraus wurde nie etwas. Ein einziges Mal im Laufe der vielen Monate dachte Fleischer, sie bekäme nun ihr Recht. Ein Mitarbeiter wollte ihr einen Verrechnungscheck über 70 Cent ausstellen und zuschicken. Aber da lehnte die 64-Jährige nach kurzem Nachdenken ab. Den Scheck hätte sie sich höchstens zu Hause an die Wand hängen können, denn ihre Bank verlangt eine Einlösegebühr von 1,50 Euro.

Nachdem die HAZ bei der Telekom nachgefragt hatte, war die Angelegenheit dann im Vorstandsbüro gelandet. Das ihr zustehende Geld hatte sie dadurch aber noch nicht bekommen. Denn zunächst hatte ein Mitarbeiter Frau Fleischer angeboten, sie mit einem Schlüsselanhänger zu entschädigen. Dass die 64-Jährige nicht das Geld gegen ein schlichtes Werbegeschenk eintauschen wollte, konnte ein Unternehmenssprecher allerdings nicht verstehen.

Es sei nicht möglich, das Geld zu überweisen, weil man die Kontonummer der früheren Kundin nicht kenne, hieß es. Dabei hätte Frau Fleischer bei einem Anruf des Unternehmens gern ihre Bankverbindung mitgeteilt.

Am Ende bekam sie nun einen Anruf, aus dem Vorstandsbüro. Der Anrufer sagte ihr zu, dass die Telekom den Fall regeln wolle, und Annemarie Fleischer nun wegen des ganzen Ärgers 5 Euro überwiesen bekomme. Auch die Kontonummer musste er sich nicht von Frau Fleischer sagen lassen – diese war im Unternehmen die ganze Zeit bekannt.

Mathias Klein 27.10.2011
Aus der Stadt Roberto Blanco auf der Infa - „Mein Leben ist die Bühne“
27.10.2011