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Aus der Stadt Klage gegen „Tønsberg“ steht bevor
Hannover Aus der Stadt Klage gegen „Tønsberg“ steht bevor
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09:32 02.04.2014
Von Gunnar Menkens
„Tønsberg“ verkauft in der List Kleidung der Marke Thor Steinar, die bei Rechtsradikalen beliebt ist.
„Tønsberg“ verkauft in der List Kleidung der Marke Thor Steinar, die bei Rechtsradikalen beliebt ist. Quelle: Archiv
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Hannover

Einer Klage von Wohnungsbesitzern gegen das Thor-Steinar-Geschäft „Tønsberg“ in der List steht wohl nichts mehr im Weg. Bei einer Güteverhandlung im Amtsgericht Hannover ließ Richterin Gudrun Eichloff-Burbließ erkennen, dass ein entsprechender Beschluss auf einer Eigentümerversammlung im November ordnungsgemäß zustande gekommen sei. Der Laden im Erdgeschoss des Hauses in der Podbielskistraße 159 gehört der Dimo Logistik aus Eichenau, verkauft wird Mode, die bei Rechtsradikalen beliebt ist. Vor Gericht wollte das Unternehmen den Klagebeschluss der übrigen Eigentümer stoppen – weder sei fristgerecht zur Versammlung geladen worden, noch habe Rechtsanwalt Kurt Renner für die Ladeneigentümer an der nicht öffentlichen Sitzung teilnehmen dürfen.

Eichloff-Burbließ folgte diesen Argumenten nicht. Die Ladungsfrist von 14 Tagen sei keine zwingende Vorschrift, und eine Abweichung bei besonderen Anlässen zulässig. „Möglicherweise war das hier so.“ Zudem habe bei dem Treffen niemand die Anwesenheit des Anwalts gerügt. Am 17. April will das Gericht verkünden, ob der Beschluss der Eigentümerversammlung korrekt war. Darauf deutet nun vieles hin. Dann können die Wohnungsbesitzer Verfahren vorbereiten. Richterin Eichloff-Burbließ sagte, es sei „nicht ausgeschlossen, dass eine Klage Aussicht auf Erfolg hat“.

„Tønsberg“ verkauft in der List Kleidung der Marke Thor Steinar. Immer wieder gibt es Demonstrationen gegen das Geschäft, Farbbeutel flogen gegen Schaufenster, Türgriffe wurden mit Fäkalien beschmiert. Als Reaktion darauf installierte Dimo Logistik eine milchglasfarbene Plastikscheibe vor das Schaufenster. Die Wohnungseigentümer wollen den Laden letztlich aus dem Haus klagen. Vor Gericht wollen sie erreichen, dass „Tønsberg“ in Zukunft keine Thor-Steinar-Artikel mehr vertreiben darf. Zudem soll der Inhaber die vor Angriffen schützende Plastikscheibe abmontieren. Nach Auskunft von Anwalt Renner liegen keine Einwände der Denkmalschutzbehörde gegen die Scheibe vor. Für diesen Sonnabend ist eine weitere Demonstration gegen „Tønsberg“ angekündigt.

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