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Aus der Stadt Tønsberg-Laden verkauft weiter Thor Steinar
Hannover Aus der Stadt Tønsberg-Laden verkauft weiter Thor Steinar
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00:24 14.03.2015
Foto: Verkauft weiter seine Waren: Das Thor-Steinar-Geschäft Tønsberg in der List.
Verkauft weiter seine Waren: Das Thor-Steinar-Geschäft Tønsberg in der List. Quelle: Wallmüller
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Hannover

Das Urteil des Amtsgerichts hat bislang noch nicht viel verändert rund um das umstrittene Thor-Steinar-Geschäft Tønsberg in der List. Einen Tag nach der richterlichen Entscheidung, den Verkauf der in der rechtsextremen Szene beliebten Kleidungsstücke und Accessoires des Labels zu untersagen, sind die Schaufenster noch immer mit Plexiglas gesichert, die Schilder mit dem Logo mit Farbe beschmiert. Der Verkauf drinnen geht ebenfalls weiter, auch wenn die Kundschaft an einem Mittwochnachmittag nur spärlich erscheint. Nur eines fehlt: das Schild an der Eingangstür mit dem Hinweis „Aushilfen gesucht“. „Das haben die gleich nach der Urteilsverkündung abgenommen“, sagt eine Nachbarin.

Es ist noch zu früh, das Abhängen des Schildes als eindeutiges Zeichen für die endgültige Aufgabe des umstrittenen Geschäfts zu deuten. Einen Monat haben die Betreiber des Ladens – die Firma Skytec Outlets aus Brandenburg – Zeit, gegen das Urteil gerichtlich vorzugehen. Solange dürfen die Hemden, Hosen und T-Shirts, auf denen zum Teil SS-Runen-ähnliche Zeichen zu sehen sind, ohne Einschränkungen weiter verkauft werden.

„Gehen sie in Berufung, können sie ihre Waren bis zu einem endgültigen Urteilsspruch weiter veräußern, vorausgesetzt, sie zahlen eine Sicherheitsleistung in Höhe von 5000 Euro“, sagt Amtsgerichtssprecher Jens Buck. Die Geschäfte mit der umstrittenen Marke könnten also noch einige Monate Geld in die Kassen des Unternehmens spülen – und solange auch weiter Protest hervorrufen.

„Wir werden die Augen offen halten, um auf das reagieren zu können, was rund um den Laden vor sich geht“, sagt Andreas Piper von der Initiative „Gegen den rechten Lifestyle“. Bei einem Treffen am Dienstag nach dem Urteil des Amtsgerichts habe sich die Gruppe zunächst darauf verständigt, die bislang geplanten Mahnwachen und Proteste gegen den Laden allesamt vorerst auszusetzen.

Anwohner bleiben skeptisch

Auch die Anwohner rund um den Thor-Steinar-Laden sind nach dem Urteil skeptisch. „Die werden weitermachen, egal wie“, sagt ein italienischer Wirt, der mit seiner Familie in einer Wohnung über dem Geschäft lebt. Er ist davon überzeugt, dass sich die Macher der umstrittenen Mode für ihren Vorstoß in Hannover einen genauen Plan zurechtgelegt haben. „Sie haben mit Sicherheit genau kalkuliert, wie lange sie an einem Standort durchhalten müssen, damit es sich für sie rechnet“, sagt er.

Der Gastronom erwartet, dass die Betreiber sich in Hannover ein neues Objekt suchen würden für den Fall, dass sie den Laden an der Podbielskistraße wirklich räumen müssen. „Das haben sie in Bremen auch so gemacht – da sind sie nach Protesten einfach ein paar Hundert Meter weiter die Straße runter gezogen“, sagt er.

Wie sich die Betreiber des hannoverschen Thor-Steinar-Geschäfts verhalten werden, ist noch unklar. Roman Petereins, Rechtsanwalt der Firma Skytec Outlets, war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Simon Benne 14.03.2015
Michael Zgoll 14.03.2015