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Aus der Stadt TiHo-Präsident setzt sich überraschend durch
Hannover Aus der Stadt TiHo-Präsident setzt sich überraschend durch
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07:17 28.05.2015
Von Gabi Stief
Kritiker werfen Gerhard Greif autokratischen Führungsstil vor – trotzdem darf er „weiterregieren“ Quelle: Decker (Archiv)
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Der erwartete Wechsel an der Spitze der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) findet nicht statt: Der alte ist auch der neue Präsident. Am Dienstag wurde Gerhard Greif wiedergewählt. Der 63-Jährige setzte sich in der Senatsversammlung überraschend gegen einen Gegenkandidaten knapp mit sieben zu sechs Stimmen durch. Greif, gelernter Tierarzt und Diplom-Agrarwissenschaftler, leitet die Hochschule seit 2002 – nach Ansicht seiner Kritiker in autokratischem Stil. Hochschulmitarbeiter, die angesichts der angespannten Stimmung ungenannt bleiben wollen, äußerten sich am Mittwoch gegenüber der HAZ enttäuscht und besorgt über den Wahlausgang. Wie es heißt, verfügten Greifs Gegner noch vor wenigen Wochen bei der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Senats über eine Mehrheit.

Die Auseinandersetzung um den Führungsstil des Präsidenten und früheren Pharma-Manager vergiftet seit Jahren das Klima an der Hochschule und spaltet die Professorenschaft. Auch Strafandrohungen unter Kollegen soll es bereits gegeben haben. Es geht dabei nicht nur um Stil und Umgangsformen, sondern auch um handfeste Machtfragen wie den Kurs in der Haushalts- und Personalpolitik.

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Die letzten acht Jahre führte Greif die TiHo ohne einen Vize-Präsidenten, der eigentlich die Verwaltungsgeschäfte leiten sollte. Zwei Bewerbungsverfahren scheiterten am Veto des Präsidenten. Auf Druck der Professorenschaft wurde der Vize-Posten kürzlich erneut ausgeschrieben, aber bis nach der Wahl des Präsidenten ausgesetzt.

Einst zehn Gegenkandidaten

Das einzige Gremium, das laut Satzung die „Präsidententätigkeiten überwacht“, ist der Stiftungsrat. An der Spitze des siebenköpfigen Kontrollgremiums steht mit dem Juristen Günter Paul ein guter Bekannter von Greif. Paul und Greif sitzen gemeinsam im Vorstand der Mehr-Mühens-Stiftung, die forstwirtschaftliche Betriebe, ein Gestüt und einen Rennstall unterhält.

Ursprünglich wollten etwa zehn Bewerber gegen den amtierenden Präsidenten bei der turnusmäßigen Wahl antreten. Nach einer ersten Vorauswahl wurden vier Kandidaten eingeladen, um sich in einer öffentlichen Sitzung vorzustellen. Eine Diskussion wurde jedoch vom Stiftungsrat untersagt. Nach einer nicht-öffentlichen Befragung entschied die Findungskommission des Senats, Greif und einen weiteren Bewerber zur Wahl am Dienstag zuzulassen. Die Hochschule teilte am Mittwoch offiziell mit, dass Greif die neue achtjährige Amtszeit voraussichtlich aus Altersgründen vorzeitig beenden werde.

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