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Aus der Stadt „Tom Sawyer“-Schauspieler Louis Hofmann in Hannover
Hannover Aus der Stadt „Tom Sawyer“-Schauspieler Louis Hofmann in Hannover
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19:41 20.11.2011
Von Andreas Schinkel
Foto: Tom-Darsteller Louis Hofmann und Regisseurin Hermine Huntgeburth.
Tom-Darsteller Louis Hofmann und Regisseurin Hermine Huntgeburth. Quelle: Martin Steiner
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Hannover

Die achtjährige Anna ist am Sonntagmittag vor allem aus einem Grund ins Cinemaxx am Raschplatz gekommen: „Ich will wissen, wie man Schauspielerin wird“. Da kann ihr Louis Hofmann durchaus weiterhelfen, denn der junge Darsteller des „Tom Sawyer“ in dem gleichnamigen Film blickt bereits auf eine ansehnliche Karriere zurück. In mehreren Film- und Fernsehproduktionen hat der 14-Jährige aus Köln mitgewirkt. „Du musst dich bei einer Schauspieleragentur bewerben, dann wirst du zu Castings eingeladen“, rät er Anna. Sie nickt und lässt sich schnell noch eine Autogrammkarte unterzeichnen.

Auf ihrer Werbetour für die Verfilmung des Mark-Twain-Klassikers kamen Hofmann und die Regisseurin Hermine Huntgeburth am Sonntag auch in Hannover vorbei – und trafen auf ein begeistertes Publikum. „Dieser Film entspricht genau den Bildern, die ich beim Lesen des Buches im Kopf hatte“, sagt eine erwachsene Zuschauerin. Louis Hofmann strahlt bei solchen Komplimenten über sein sommersprossiges Gesicht, und fast glaubt man, der verstrubbelte Tom Sawyer sei direkt von der Leinwand herabgestiegen und hätte nur sein Baumwollhemd gegen ein Rapper-T-Shirt eingetauscht. „Ein paar Charakterzüge von ‚Tom‘ habe ich tatsächlich hinübergerettet“, sagt Louis, vor allem die Gerissenheit. Bei aller Freiheit und Westernromantik, die der Film ausstrahlt, sei der Dreh auch harte Arbeit gewesen. Jeden Tag musste Louis fünf Stunden schauspielern, danach stand Pauken bei einem Hauslehrer auf dem Terminplan.

Die jungen Autogrammjäger im Kinofoyer stehen inzwischen Schlange. Geduldig beantwortet Louis die immer gleichen Fragen: Wie wird man Schauspieler? Wie anstrengend waren die Dreharbeiten? Ist der Indianer im Film wirklich gestorben?

Tatsächlich ist der Film für die ganz jungen Zuschauer harte Kost, denn es geht um Mord und Totschlag. „Spannung, Trauer, aber auch Freude gehören zusammen, wir wollen verschiedene Emotionen wecken“, sagt Regisseurin Huntgeburth. Die achtjährige Anna sieht das gelassen. „Kinder aus meiner Klasse meinten, der Film sei zu gruselig. Aber das waren Mädchen, die sich bei jeder Kleinigkeit in die Hose machen“, sagt Anna. Dann greift sie die Hand ihrer Mutter, um den echten Tom Sawyer auf der Leinwand zu sehen.

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