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Aus der Stadt So schön war der Familientag im Wilhelm-Busch-Museum
Hannover Aus der Stadt So schön war der Familientag im Wilhelm-Busch-Museum
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00:18 25.10.2017
Von Bärbel Hilbig
In der Ausstellung Armstrong, Lindbergh & Co. des Wilhelm-Busch-Museums  können Kinder im "Weltraumlabor" echte Mäuse bestaunen, malen und basteln. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Nur wenige gekonnte Striche und ein wenig graue Tusche fürs Fell, und schon hat Kinderbuchautor Torben Kuhlmann seine Maus Lindbergh aufs Papier gebracht. Die Kinder und auch die erwachsenen Besucher im Wilhelm-Busch-Museum staunen. „Für das Grau nehme ich einfach mehr Wasser, mein Malkasten sieht nicht viel anders aus als bei euch“, erklärt der 35-Jährige.

Der Experte für tollkühne Mäuse – auch die Mondfahrt eines Nagers namens Armstrong hat Kuhlmann zum Buch gemacht – führt selbst zur Eröffnung mit Familientag durch die Ausstellung „Armstrong, Lindbergh & Co.“. Beschwingt erzählt Kuhlmann den Besuchern die Geschichten seiner Helden, mit denen er bei jungen Lesern blitzartig bekannt geworden ist. Verlage hatten zunächst reserviert auf seine erste Geschichte über die Maus Lindbergh, die partout fliegen will, reagiert.

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Die detailreichen Illustrationen in warmen Brauntönen hatte Kuhlmann als Diplomarbeit angefertigt. Eine dichte, auch geheimnisvolle Atmosphäre vermitteln die Bilder. Zu düster für junge Leser, und mit 96 Seiten auch viel zu lang für das Standard-Kinderbuch, befanden viele Verleger. Bis auf den Schweizer Nord-Süd-Verlag, der damit eine glückliche Hand bewies.     

Am Sonntag feierten Eltern, Kinder und Großeltern gleichermaßen das Familienfest im Wilhelm-Busch-Museum. 

„Das war ein Start von Null auf Hundert. Inzwischen ist Torben Kuhlmann weltweit bekannt“, berichtet Museumsdirektorin Gisela Vetter-Liebenow, die in der Schau ein ganzes Spektrum von Illustrationen Kuhlmanns zeigt.

Den neunjährigen Maximilian Dmoch hat das Lindbergh-Buch sofort fasziniert, als er es in einer Buchhandlung entdeckte. Deshalb war es keine Frage, dass er mit seinem Opa Hermann Bockhorn Ausstellung und Autor sehen will. „Was in den Geschichten passiert, ist einfach aufregend“, sagt Maximilian und bittet Kuhlmann um ein Autogramm. Der achtjährige Gustave Beckmann liebt Armstrong, besonders weil der Mäuse-Held eine Rakete baut.

Zum Familientag hat das Museum mit viel Liebe zum Detail Armstrongs Weltraumlabor eingerichtet. An den (gemalten) Werkstattwänden hängen Konstruktionszeichnungen, in Vitrinen sind Modelle einer Raumkapsel und der Lindbergh-Maus zu sehen. An einem langen Tisch malen die jungen Besucher selbst Mäuse und basteln Laternen.
Daneben flitzen fünf muntere graubraune Mäuse wie aufgedreht durch ein Terrarium, wühlen sich durchs Laub, erklimmen Rindenwände und schlüpfen durch Röhren. „Sie klettern gerne“, stellt Lenni Budahn fasziniert fest. Der Siebenjährige beobachtet die Nager genau, die abgesehen von diesem Sondereinsatz im Schulbiologiezentrum leben. Mitarbeiterin Lucie Knöchel erklärt Lenni, was die Mäuse gern machen. Besucherin Lena Kuhlmann betrachtet mit Tochter Leonie die Mäuse. Doch noch mehr gefallen der Mutter die Illustrationen. „Dieser Mensch kann einfach toll malen.“ Die Ausstellung läuft bis 4. Februar im Wilhelm-Busch-Museum.     

Das Wilhelm-Busch-Museum zeigt „ Armstrong, Lindbergh & Co.“ – und die geistreichen Zeichnungen von Peter Tuma.