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Aus der Stadt Toter und Verletzte bei Unfällen in der Region Hannover
Hannover Aus der Stadt Toter und Verletzte bei Unfällen in der Region Hannover
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21:16 15.04.2011
Von Vivien-Marie Drews
Das demolierte Rad in Steinwedel - der 73-jährige Fahrer hatte einen VW-Bus übersehen, er starb bei dem Unfall. Quelle: Tim Schaarschmidt

Der Ort, an dem sich das Unglück ereignete, ist übersichtlich: Zwei Straßen führen schnurgerade aufeinander zu, kreuzen sich. Rechts und links liegt flaches Ackerland.

An dieser Kreuzung außerhalb der Lehrter Ortschaft Steinwedel ist am Freitag ein 73-jähriger Fahrradfahrer gestorben. Er wollte eine Hauptverkehrsstraße überqueren, dabei übersah er einen herannahenden VW-Bus. Nur wenige Stunden zuvor war es in Isernhagen zu einem ganz ähnlichen Vorfall gekommen. Dort wurde eine 22-jährige Radfahrerin beim Zusammenstoß mit einem Auto schwer verletzt.

Der Frühling beginnt, und die Radfahrer zieht es wieder auf die Straßen. Die beiden Unfälle vom Freitag verdeutlichen, wie schnell es für Radler gefährlich werden kann, wenn sie nicht mit der gebotenen Aufmerksamkeit unterwegs sind. Nach bisherigen Erkenntnissen führte in beiden Fällen das Fehlverhalten der Radfahrer zu den Zusammenstößen. Wie so häufig: Im Jahr 2010 ereigneten sich in Stadt und Umland 1724 Unfälle, an denen Radfahrer beteiligt waren. In 768 Fällen verschuldeten sie die Unfälle selbst – häufig war Unaufmerksamkeit die Ursache.

Der 73-Jährige war am Freitagmorgen auf seinem Fahrrad in der Feldmark zwischen Steinwedel und Aligse unterwegs. Auf einem kleinen Weg fuhr er in Richtung der Straße Zur Hilgenwiese. Dort, wo sich der Weg mit der von Autos befahrenen Strecke kreuzt, kam es zum Unglück: Der 73-Jährige rollte auf seinem Rad auf die Fahrbahn, übersah dabei aber den von links herannahenden VW-Bus. Die 39-jährige Fahrerin konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen, der Wagen erfasste das Fahrrad, und der 73-Jährige schleuderte zu Boden. Die Rettungsleitstelle schickte noch einen Hubschrauber an die Unfallstelle, doch für den Radfahrer kam jede Hilfe zu spät. Der Mann erlag seinen schweren Verletzungen noch vor Ort.

Auch die Radfahrerin aus Isernhagen hatte wenige Stunden zuvor ein herannahendes Auto übersehen und war direkt vor den Wagen gefahren. Die 22-Jährige war gegen 7 Uhr auf der Straße Am Ortfelde unterwegs. An einer Fußgänger- und Radfahrerfurt wollte sie den viel befahrenen Reuterdamm überqueren. Die Verkehrsregelung an dieser Stelle ist eindeutig: Fußgänger und Radfahrer müssen warten, Autos haben Vorfahrt. Als die 22-Jährige mit ihrem Fahrrad auf die Straße rollte, wurde sie von einem Mini erfasst. Die Radfahrerin wurde schwer verletzt und musste mit einem Rettungshubschrauber in die Medizinische Hochschule Hannover transportiert werden.

Immer wieder kommt es in Stadt und Umland zu schweren Unfällen, an denen Radfahrer beteiligt sind. Im vergangenen Jahr verloren drei Fahrradfahrer bei Zusammenstößen ihr Leben, im Jahr davor starben vier Menschen. Insgesamt ist die Zahl der Unfälle rückläufig, dennoch arbeitet die Unfallkommission der Stadt weiterhin daran, Brennpunkte zu entschärfen. Dazu gehört unter anderem der Kreisel am Klagesmarkt, wo es regelmäßig zu Zusammenstößen zwischen Radfahrern und Pkws kommt. Der Kreisverkehr soll nun zurückgebaut, der Verkehr wieder mithilfe von Ampelanlagen gesteuert werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Kreuzung Karmarschstraße/Friedrichswall. Dort übersehen Autofahrer, die von der Karmarschstraße nach rechts in Richtung Leibnizufer auf den Friedrichswall einbiegen wollen, häufig den kreuzenden Radweg. Auch an der Ecke Friesenstraße/Hamburger Allee kommt es regelmäßig zu Zusammenstößen. Viele Autofahrer sind beim Einbiegen von der Friesenstraße nicht darauf eingestellt, dass der kreuzende Radweg in beide Richtungen befahren werden darf.

Tipps für das sichere Fahrradfahren

Mit Beginn der warmen Jahreszeit hat die Zahl der Radfahrer auf den Straßen in und rund um Hannover wieder deutlich zugenommen. Bettina Cibulski vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) rät zur Umsicht: „Radfahrer müssen achtgeben, auf sich und auf den Verkehr. Im Fall der Fälle sind sie kaum geschützt“, sagt die ADFC-Sprecherin und gibt folgende Verhaltenstipps:

Geschwindigkeit: „Natürlich möchten auch Radfahrer möglichst schnell ans Ziel kommen“, sagt Cibulski. Gerade im Stadtverkehr sei es aber ratsam, lieber mal ein bisschen Tempo rauszunehmen.

Klare Zeichen geben: Per Handzeichen müssen Radfahrer zu erkennen geben, ob sie abbiegen möchten. „Es ist wichtig, dass diese Zeichen deutlich und rechtzeitig gegeben werden. Alles andere sorgt nur für Irritation“, sagt Cibulski. Gerade im Stadtverkehr sei darüber hinaus wichtig, dass Radfahrer durch ihr Verhalten deutlich zu erkennen geben, was sie vorhaben. „Wenn der Radfahrer trotz auf Rot stehender Ampel mit hoher Geschwindigkeit auf die Kreuzung zufährt, kann das bei vorfahrtsberechtigten Autofahrern zu Verunsicherung führen. Besser ist es, schon frühzeitig abzubremsen und so zu signalisieren, dass man das rote Licht gesehen hat“, empfiehlt die ADFC-Sprecherin.

Niedriger Durchstieg für Senioren: Radfahrer müssen in der Lage sein, zügig abzubremsen und anzuhalten. Insbesondere für Senioren, deren Trittsicherheit schon etwas nachgelassen hat, kann das zu einer wackeligen Angelegenheit werden. „Wir empfehlen Fahrräder mit einem niedrigen Durchstieg. Dann ist keine Stange im Weg und das Auf- und Absteigen deutlich einfacher“, sagt Cibulski. Sie rät Radfahrern im Fall der Fälle, nicht auf das eigene Recht zu pochen. „Die eigene Vorfahrt nützt nicht, wenn das Risiko droht, von einem Lkw überfahren zu werden“, sagt die ADFC-Sprecherin. Generell gelte: „Immer an die Regeln halten. Und niemals die falsche Straßenseite benutzen.“

Die Deutsche Telekom will mehr als 45.000 Haushalte in Hannover mit besonders schnellen Internetanschlüssen versorgen. Damit sollen im kommenden Jahr bereits Datengeschwindigkeiten bis zu 200 Megabit pro Sekunde möglich sein. Später sind sogar bis zu 1000 Megabit geplant.

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