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Aus der Stadt Kekshersteller Parlasca verlässt die City
Hannover Aus der Stadt Kekshersteller Parlasca verlässt die City
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00:16 29.01.2018
Kekse soweit das Auge reicht: Der kleine Parlasca-Laden an der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade.  Quelle: Dennis Boersch/ Archiv
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Hannover

  Der Parlasca-Laden am Anfang der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade steht leer. Nur noch ein gelber Zettel am Schaufenster erinnert daran, dass dort 28 Jahre lang Kekse verkauft wurden. „Dass wir unseren Fabrikverkauf schließen, macht uns sehr traurig. Wir bedanken uns bei unseren Kunden für die Treue.“ Mit diesen Worten verabschiedet sich Familie Parlasca aus der Innenstadt. Aber nicht ohne ihren Kunden die Gründe für die Schließung zu offenbaren: Eine drastische Mieterhöhung, die von den Umsätzen nicht gedeckt werden könne, und die Veränderung der ehemaligen Passerelle werden in der Notiz genannt.

In den vergangenen Jahren haben einige inhabergeführte Fachgeschäfte, die in Hannover eine lange Tradition haben, aufgegeben. Eine Übersicht.

„Meine Mutter war sehr traurig und hat in ihrer unverblümten Art den Zettel verfasst“, sagt Geschäftsführerin Annett Parlasca. „Für sie war es unser Traditionsladen, fast 30 Jahre waren wir in der Innenstadt.“ Annett Parlasca sieht das pragmatischer. „Den Laden zu beliefern war nicht mehr praktikabel und passte auch nicht mehr in unser Geschäftskonzept. Wir beliefern den Lebensmittelhandel. Unsere Öfen stehen nie still.“

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„Publikum ist sehr jung“

Trotzdem seien die hohen Mietpreise nicht mehr verhandelbar gewesen, sagt Parlasca. „Das ist gerade für kleinere Geschäfte mit wenig Umsatz nicht zu stemmen. Ich bedauere diese Entwicklung für diejenigen, die davon leben müssen.“Nicht nur die Preise, auch der Standort habe sich verändert. Es gebe zu viele Essensläden und nur wenige Geschäfte. 

„Die Niki-Promenade lebt von der Abwechslung, davon, dass immer neue Läden kommen. Außerdem ist unser Publikum sehr jung“, erklärt Thomas Heinemann, Geschäftsführer der Vermietergesellschaft HRG. Mit Frau Parlasca habe die HRG aber ein weiterhin gutes Verhältnis. 

Die Ladenfläche des ehemaligen Fabrikverkaufs wird indes nicht lange leer stehen. „Wir haben bereits einen neuen Mieter“, sagt Heinemann. Duke Burger wird dort sein drittes Geschäft eröffnen. Für die Liebhaber von Parlasca-Keksen bleibt da nur noch der Weg zum Fabrikverkauf nach Burgdorf.

Von Andrea Brack Peña