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Aus der Stadt Mode aus dem Wohnwagen
Hannover Aus der Stadt Mode aus dem Wohnwagen
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17:50 10.04.2015
Öko und trotzdem stylisch: Modestudentin Janine Coldewey verkauft mit ihren Kommilitonen nachhaltige Mode im Wohnwagen. Quelle: dpa
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Hannover

Ein T-Shirt für 1,50 Euro, Jeanshosen für 5 Euro, Ledertaschen unter 20 Euro - vor allem junge Menschen wollten nicht viel Geld für Kleidung ausgeben. Das wirkt sich oft auf die Qualität der Sachen aus. „Alles Chemie. Da riecht man doch schon im Laden, wo das herkommt“, sagt Janine Coldewey aus Hannover.

Gemeinsam mit Julia Eifler, Anna-Lena Schwirk, Nane-Anna Bohn und Samira Körner hat die 27-Jährige Trailer Trash gegründet, einen mobilen Laden für lokale Modedesigner. Damit wollen die Frauen zeigen, dass nachhaltige Mode nicht langweilig, zu öko, oder uncool sein muss. Am Freitagabend wollen sie ihr Projekt ab 21 Uhr in den leer stehenden Räume des Restaurants im Podbi-Park, Lister Straße 6, präsentieren.

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Die Frauen hatten sich beim Studium an der Hochschule Hannover kennengelernt, aus Janines Masterarbeit wurde schnell ein Projekt, das die fünf „ihr Baby“ nennen: In einem umgebauten Wohnwagen bieten sie wechselnde Kollektionen an, die bei jungen Menschen mehr Interesse an qualitativ hochwertiger Kleidung wecken soll - weg von der preisgünstigen Massenware.

Die nachhaltige Mode habe ein Imageproblem: „Viele denken, es sieht nicht gut aus“, sagt Anna-Lena. Zu sehr hafte noch der Stempel „öko“ an Klamotten, die nachhaltig hergestellt werden. Deshalb würden sie seltener gekauft. „Und das, obwohl auch Jugendlichen die ökologischen und ethischen Probleme der Textilindustrie bekannt sind“, sagt Kirsten Brodde, Textilexpertin bei Greenpeace. In einer Studie hatte die Organisation Anfang des Jahres deutschlandweit Jugendliche im Alter zwischen 12 und 19 Jahren befragt: „Über 80 Prozent wissen, dass in der Kleidung sehr viel Chemie ist“, sagt Brodde. Häufig fehle es an Alternativen, die ebenso schnell und einfach zu kaufen seien wie in einer Modekette in der Fußgängerzone. Dort will Trailer Trash ansetzen: Mit ihrem mobilen Laden hätten sie zumindest das Hindernisses ausgeschaltet, meint die Gruppe.

Und auch in Sachen Style wollen die jungen Frauen von Trailer Trash beweisen, dass nachhaltig nicht immer langweilig und uncool sein muss: „Wir drucken unsere T-Shirts zum Beispiel selbst“, sagt Anna-Lena. Ein schlichtes weißes T-Shirt mit ihrem Logo kostet 30 Euro. Im Angebot haben Trailer Trash auch Stücke, die „upgecycelt“ werden. Alte Kleidung wird dabei recycelt und gleichzeitig noch aufgewertet. So kann aus dem Lieblings-T-Shirt aus der Kindheit noch eine Tasche mit Aufdruck werden.

Um ihr Projekt bekannter zu machen, plant Trailer Trash im Sommer eine Tour über deutsche Festivals. Später soll der Onlineshop noch ausgebaut werden. Einige der Modelabels, die in dem Wohnwagen angeboten werden, können bereits im Internet oder direkt bei den Designern gekauft werden.

dpa

09.04.2015
Tobias Morchner 09.04.2015