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Aus der Stadt „Mach’s gut, mein Freund!“
Hannover Aus der Stadt „Mach’s gut, mein Freund!“
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00:19 15.01.2015
Von Uwe Janssen
Foto: Klaus Meine nimmt Abschied von Wolfgang Besemer. Quelle: Rainer Droese
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Hannover

Hunderte Menschen waren gekommen, darunter Oberbürgermeister Schostok, viele Künstler, Politiker, Geschäftspartner und Freunde. In ihrer Mischung aus Reden und Instrumentalmusik war die gut einstündige Veranstaltung eine ebenso bewegende wie unprätentiöse und passende Würdigung des Mannes, der in den vergangenen Jahrzehnten so viel für seine Stadt Hannover getan hat.

Michael Lohmann trat als erster an das Rednerpult, das neben einem auf einer Staffelei aufgestellten Farbfoto seines langjährigen Hannover-Concerts-Geschäftspartners stand - und sprach Besemer direkt an: „Mit gerade mal 61 Jahren hättest du noch so viel tun können und wollen.“ Lohmann berichtete von einer Segeltour, auf die Besemer ihn einst mitgenommen und ihm für eine Zeit lang das Ruder anvertraut hatte. „Nun, kurz vor Weihnachten, hast du mir wieder das Ruder übergeben. Dass es diesmal endgültig sein würde, war für mich ein Schock. Du fehlst mir, Wolfgang, als Partner und als Freund.“

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Abschied von Wolfgang Besemer im Theater am Aegi

Sigmar Gabriel würdigte einen Freund und „großen Hannoveraner“, der immer auch Respekt für diejenigen gezeigt habe, die neben und hinter der Bühne arbeiten. „Das lag daran, dass er allen Menschen zugewandt war. Wenn man ihn traf, dann hatte man manchmal den Eindruck, der hat die ganze Zeit nur auf dich gewartet.“ Der SPD-Politiker hob die Fähigkeit Besemers hervor, das „Leben aus dem Herzen anderer zu sehen“, eine Uneitelkeit, von der während, aber auch nach der Veranstaltung noch häufiger die Rede war. Unter Tränen presste Gabriel seine Schlussworte hervor: „Mach’s gut, mein Freund!“

Auch Hannovers langjähriger Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg und Besemers langjähriger Hamburger Veranstalterkollege Karsten Jahnke fanden gute, ehrliche und angemessene Worte für den Verstorbenen. „Er schonte sich nicht. Sein Werk, das waren nicht nur die großen Namen. Genauso gehörte für ihn die Förderung unbekannter Künstler dazu.“ Der 77-jährige Jahnke nannte Besemer „einen der letzten Aufrechten“ in einer „Branche der Egomanen“.

Die Feier umrahmt hatten Andrew Manze und ein Ensemble seiner NDR Radiophilharmonie mit Musik von Samuel Barber und einem Auszug aus Mendelssohn Bartholdys „Sommernachtstraum“. Zwischen den Reden spielte Pianist Lutz Krajenski Rocksongs an, etwa „Music“ von John Miles, „Miss You“ von den Stones, „Won’t Forget These Days“ von den fast komplett anwesenden Furys und „Send Me an Angel“ von den Scorpions. Deren Sänger Klaus Meine trat als Letzter ans Mikrofon. „Wie ich dich kenne, bereitest du für uns schon mal die Bühne für den großen Gig im Himmel da oben. Es werden alle kommen. Alle.“

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