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Aus der Stadt Hannovers Luft bleibt schmutziger als erlaubt
Hannover Aus der Stadt Hannovers Luft bleibt schmutziger als erlaubt
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12:03 24.08.2017
Von Andreas Schinkel
Messstation für Feinstaub und Stickoxide an der Göttinger Straße.
Messstation für Feinstaub und Stickoxide an der Göttinger Straße. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Die Luft in Hannover und weiteren fast 70 deutschen Städten bleibt auch nach Umsetzung der beim Dieselgipfel beschlossenen Schritte schmutziger als erlaubt. Das haben Berechnungen des Umweltbundesamtes ergeben. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sagte am Mittwoch, damit blieben Fahrverbote in der Diskussion. Unter den betroffenen Städten sind in Niedersachsen auch Oldenburg und Osnabrück.

Hendricks: Software-Updates reichen nicht aus

Hendricks forderte die deutsche Automobilindustrie auf, Dieselautos auch technisch nachzurüsten. Die von den Herstellern angekündigten freiwilligen Software-Updates reichten nicht aus, sagte die SPD-Politikerin. „Es wird eine Nachrüstung der Hardware, also eine Abgasreinigung geben müssen.“ Die Hersteller müssten diese bezahlen, lehnen das bei geschätzten Kosten von 1500 bis 2000 Euro pro Auto aber ab.

Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes würden die Software-Updates und Umtauschprämien für ältere Diesel die Belastung mit gesundheitsschädlichem Stickoxid nicht nennenswert senken. Nur um bis zu 6 Prozent würde die Belastung abnehmen. Das reiche nur in etwa 20 betroffenen Städten, um die Stickoxid-Werte unter die Marke von 40 Mikrogramm je Kubikmeter Luft im Jahresmittel zu drücken, teilte das Bundesumweltministerium am Mittwoch mit.

Hannover will abwarten

Hannover lag 2016 hinter den Spitzenreitern Stuttgart und München mit 55 Mikrogramm auf Platz 13 der am stärksten belasteten Städte. Die Verwaltung will dennoch weiter abwarten. Sie verweist darauf, dass auch in Niedersachsen geprüft werde, wie sich die Beschlüsse des Dieselgipfels auswirken. „Das Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim rechnet die entsprechenden Stickstoffdioxid-Entlastungen für die Städte in Niedersachsen aus“, erklärte Stadtsprecherin Konstanze Kalmus.

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Diese Ergebnisse sowie die Erkenntnisse des Bundesumweltamts würden dann in Hannover berücksichtigt. Ein neuer Plan zur Bekämpfung der Luftverschmutzung soll nach vielen Verzögerungen im September vorgestellt werden. Derweil erhöhen die Grünen in Hannover den Druck auf die Stadtspitze. „Die Stadt darf nicht länger auf Bundesregierung und Industrie warten, sondern muss handeln“, sagt die hannoversche Landtagsabgeordnete Maaret Westphely.

Der Deutsche Städtetag sieht in erster Linie die Hersteller in der Pflicht. „Die Diskussion über eine technische Nachrüstung von älteren Autos muss auf der Tagesordnung bleiben“, sagte Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).     

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