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Aus der Stadt Tschüss Hannover, hallo Wildnis
Hannover Aus der Stadt Tschüss Hannover, hallo Wildnis
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00:15 08.04.2015
Von Rüdiger Meise
Bereits vor einem Jahr kaufte Heidtke die 200 Hektar große ehemalige Farm - ungesehen. Quelle: Privat
Hannover

Der ehemalige Leineschloss-Gastronom Olaf Heidtke baut sich in Südafrika eine neue Existenz auf. 

Der Ex-Hannoveraner Olaf Heidtke hat seinen Traum wahr gemacht und ist mit seiner Familie nach Südafrika ausgewandert.

In der Ferne brüllen Löwen. Wenn es Nacht wird über dem Haus von Olaf Heidtke, dann beginnt das Konzert der wilden Tiere rund um das Anwesen des Hannoveraners in Südafrika. Sorgen hat die vierköpfige Familie keine. Ein 2,40 Meter hoher Elektrozaun steht zwischen dem Addo-Nationalpark, in dem zahlreiche Raubtiere leben, und der Safari-lodge, die der 46-Jährige momentan bauen lässt. Im Oktober will er die Lodge eröffnen.

Bereits vor zwölf Jahren kaufte Heidtke die 200 Hektar große ehemalige Farm - ungesehen. Damals war er noch Wirt der Gaststätte Leineschloss am Landtag. Eines Tages erzählten Parlamentarier von einer Delegationsreise nach Südafrika. Sie schwärmten von Land und Leuten und niedrigen Grundstückspreisen. Heidtke war beeindruckt und ließ einen Makler nach einem geeigneten Objekt für eine sogenannte Game-Lodge suchen, ein Ausgangspunkt für Safaris. Irgendwann kamen die Bilder der Farm in der Nähe von Port Elizabeth am Ostkap, direkt neben dem Addo-Nationalpark, auf seinen Schreibtisch. „Ich habe sofort zugeschlagen - ohne die Farm zuvor gesehen zu haben.“ Erst Monate nach dem Kauf hat er sie besichtigt. Und wusste: Genau hier will ich einmal leben.

Bis vor wenigen Monaten hatte er die Farm vermietet. Dann musste die Gaststätte Leineschloss wegen des Landtagsumbaus vorübergehend schließen - für Heidtke der perfekte Zeitpunkt, seinen Traum wahr werden zu lassen. Am 16. Dezember war es so weit: Die Familie wanderte nach Südafrika aus. In den Wochen zuvor packten Heidtke, seine Frau Marie und die beiden Söhne Samuel (8 Jahre) und Aaron (5 Jahre) ihr Hab und Gut in einen Überseecontainer. „Ein Wunder, dass am Ende die Klappe noch zuging“, sagt er. Jedes Detail in dem Container musste für den Zoll aufgelistet werden - „ein unglaublicher Aufwand“.

Der Staat Südafrika stellt hohe Ansprüche an Einwanderer: Wer einen Pass haben möchte, muss umgerechnet rund 190 000 Euro in dem Land investieren und langfristig fünf Arbeitsplätze schaffen. Das hat Familie Heidtke vor. Seit Mitte Dezember organisieren der Gastronom und die Pferdewirtin ihr neues Leben als Safariveranstalter in der Wildnis.

Der nächste Nachbar ist vier Kilometer entfernt, ebenso wie die Straße zwischen Port Elizabeth und dem 770 Kilometer entfernten Kapstadt. Acht Arbeiter bauen momentan die Unterkünfte für die Gäste, die Familie lebt im Haupthaus der Farm. Olaf Heidtkes Alltag sieht so aus: Aufstehen um 6 Uhr, dann bringt er die Kinder zur Privatschule. Auf dem Rückweg holt er mit seinem Land Rover Defender (Baujahr 1986) die Arbeiter ab, dann Einkäufe und Organisation. Am frühen Nachmittag holt er die Kinder aus der Schule, gegen 17.30 bringt er die Arbeiter zurück. Dann gibt’s Abendessen und einen Wein auf der Terrasse im Sonnenuntergang. „Wir gehen früh ins Bett, und einen Fernseher haben wir nicht“, sagt Heidtke.

Dafür wird die Familie bald im TV zu sehen sein: Vor Kurzem war ein Kamerateam für die Vox-Serie „Goodbye Deutschland“ zu Besuch. Mit der südafrikanischen Mentalität kommt er super zurecht, sagt der Hannoveraner. „Die Leute sind herzlich, positiv, offen und hilfsbereit.“ Und abseits der großen Städte sei die Kriminalität gering - obwohl viele Menschen arm sind.

Heidtke glaubt an seine Pure Nature Lodge. Das Konzept spricht vor allem Familien mit Kindern an - und das sei unter den Safarilodges in Südafrika fast ein Alleinstellungsmerkmal. Den meisten gelinge es nicht, sich auf die Bedürfnisse von Kindern einzustellen. „Für Kinder ist eine Eidechse in der Hand spannender als ein Löwe in der Ferne.“ Deshalb wird die Lodge so etwas wie ein Streichelzoo: Antilopen, Zebras, Impalas und Giraffen sollen sich frei auf dem Gelände bewegen. Raubtiere sowie Büffel und Elefanten bleiben jenseits des Zauns. Auch professionelle Kinderbetreuung und kindgerechte Beschilderung gehören zum Konzept.

Ein weiteres Kind ist schon jetzt auf dem Weg zur Pure Nature Lodge: Marie Heidtke ist schwanger. „Es wird ein Mädchen“, sagt der Vater. Der Name steht noch nicht fest. Aber eines ist sicher: „International muss er sein.“

Zurzeit entsteht gerade die Internetseite der Lodge: www.pure-nature-lodge.de

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