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Aus der Stadt Türsteher vom Steintor freigesprochen
Hannover Aus der Stadt Türsteher vom Steintor freigesprochen
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18:30 21.08.2017
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Mehrere Türsteher des Steintorclubs Bayern-Stadl sollen den damals 26-jährigen Sfali Y. angegriffen und mit Schlägen und Tritten verletzt haben. In der Hauptverhandlung vor dem Amstsgericht am Montag konnte den vier Angeklagten allerdings keine Schuld nachgewiesen werden. Y. hatte im Zeitraum zwischen dem Abend des Vorfalls, dem 19. März 2016, und der Verhandlung mehrfach widersprüchliche Aussagen über den Tathergang und die Anzahl der Opfer gemacht. Gegenüber den von anderen Türstehern zum Tatort gerufenen Polizisten konnte er die vermeintlichen Angreifer nicht identifizieren. Es seien aber acht Personen gewesen: Am Eingang zum Bayern-Stadl hätte ihn eine Person nach seiner Herkunft gefragt und anschließend geschubst. Kurz darauf sei er von den anderen verprügelt worden.

Knapp einen Monat später wollte Y. die Anzeige wegen Körperverletzung zurückziehen, sprach aber nur noch von drei Angreifern. Als ihm private Fotos aus dem Internet von einer Gruppe Türsteher gezeigt wurden, meinte der 27-Jährige vier Personen klar zu erkennen. Bei dieser Aussage blieb er mithilfe eines Dolmetschers auch am Montag.

Der 27-Jährige begründete seine unterschiedlichen Aussagen auch mit dem Misstrauen vor der Polizei: Sie, so meinte, Y., würde mit den Türstehern unter einer Decke stecken. Die Steintor-Mitarbeiter bezeichnete er als „Könige der Nacht.“

Richter Siegfried konnte dem Mann keine eindeutige Aussage entlocken und sprach die vier Angeklagten frei. Die hatten den Vorfall im März 2016 anders geschildert: Sfali Y. sei stark angetrunken und laut pöbelnd durch die Scholvinstraße gezogen. Um andere Feiernde zu schützen, habe ihn einer der Türsteher zu Boden gerungen und bis zum Eintreffen der Polizei fixiert. Ein Kollege bestätigte dies - obwohl er sagte, sich nicht mehr an den Vorfall erinnern zu können. Die beiden anderen Angeklagten gaben an, zum Zeitpunkt des Vorfalls nicht in der Nähe des Tatorts gewesen zu sein.

Ein Polizist, der als Zeuge vor Gericht auftrat, schilderte, dass das Opfer einen verwirrten Eindruck gemacht habe: Der Mann sei betrunken gewesen, wirkte abwesend und sei am Tatort auf und ab gelaufen. Y. widersprach: Er habe an dem Abend nur drei Bier getrunken.

Thema war bei den Zeugenaussagen auch ein Handy, dass die Beamten in der Nähe von Y. gefunden hatten: Dieses sei ihm, als er verletzt am Boden lag, in die Hosentasche gesteckt worden, sagte Y. am Montag vor Gericht. Am Tatort hatte er das Mobiltelefon noch als seines beansprucht. Den nötigen Pin-Code hatte er aber nicht.

Von Manuel Behrens

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