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Aus der Stadt Tuifly zahl Passagieren 800 Euro Schadenersatz
Hannover Aus der Stadt Tuifly zahl Passagieren 800 Euro Schadenersatz
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19:01 12.06.2015
Von Michael Zgoll
Foto: Tuifly verzichtete auf ein Urteil und erklärte sich zur Zahlung der Entschädigung bereit.
Tuifly verzichtete auf ein Urteil und erklärte sich zur Zahlung der Entschädigung bereit. Quelle: dpa
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Hannover

Dieser Fall hat viel Ähnlichkeit mit einem Verfahren, über das der Bundesgerichtshof (BGH) in dieser Woche entschied - ebenfalls zugunsten der Reisenden.

Das Paar, dessen Klage gestern verhandelt wurde, hatte einen Flug von Frankfurt auf die Insel Kos gebucht. Die Flugzeiten waren passabel: Die Maschine sollte an einem Sonnabendmorgen im Juli 2014 um 7.25 Uhr abheben, die geplante Ankunftszeit in Griechenland war 11.45 Uhr. Dann, am Vortag, wurden die erwartungsfrohen Urlauber von Tuifly informiert, dass sich die Flugzeiten geändert hätten: Abflug in Frankfurt am Sonnabend um 22.45 Uhr, Ankunft auf Kos nachts um 3.05 Uhr. Damit war dem Paar fast ein ganzer Urlaubstag abhanden gekommen.

Die Flugreisenden zogen vor Gericht, klagten auf Erstattung von 800 Euro. Sie begründeten ihre Forderung mit der europäischen Fluggastrechteverordnung und der Entfernung Frankfurt-Kos von 2094 Kilometern, die pro Passagier einen Entschädigungsanspruch von 400 Euro ausweist. Tuifly argumentierte, es habe sich bei der Umbuchung um eine rechtzeitig kommunizierte Flugverlegung gehandelt, die nicht schadensersatzpflichtig sei. Grund der Umbuchung: Man habe zwei Flüge zusammengelegt.

Doch Richterin Frost sah die Sache ähnlich wie der BGH: Eine solche Verlegung sei wie eine Annullierung zu werten - und dies berechtige die Urlauber, eine Entschädigung zu fordern. Die Bundesrichter hatten über einen Fall zu befinden, der seinen Ursprung ebenfalls am Amtsgericht Hannover hatte. Hier allerdings waren zwei Urlauber auf der Rückreise von einer mehrstündigen Vorverlegung ihres Fluges betroffen gewesen. Drei Tage vor Reiseende wurde ihnen mitgeteilt, dass ihre Maschine von Fuerteventura Richtung Düsseldorf schon um 8.30 abheben würde, nicht - wie vorgesehen - um 17.25 Uhr. In einem Anerkenntnisurteil machte der BGH klar, dass eine Vorverlegung um so viele Stunden wie eine Annullierung zu behandeln sei.

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