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Aus der Stadt Turnhallen werden zu Dauerunterkünften
Hannover Aus der Stadt Turnhallen werden zu Dauerunterkünften
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00:15 02.03.2015
Von Andreas Schinkel
An der Fuhsestraße ist ein Containerdorf bezogen – doch die Anschaffung weiterer Modulbauten verzögert sich jetzt. Eigentlich wollte die Stadt farbenfrohe Anlagen eines Bremer Anbieters mieten, muss das Projekt aber jetzt europaweit ausschreiben. Quelle: Philipp von Ditfurth
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„An der Ausschreibung wird derzeit gearbeitet“, sagt Stadtsprecher Alexis Demos auf Nachfrage der HAZ. Eigentlich sollten bereits in den kommenden Wochen an fünf Standorten Containerdörfer für bis zu 500 Flüchtlinge montiert werden. Jetzt hofft die Stadt, wenigstens noch in diesem Jahr den Auftrag an eine Containerfirma vergeben zu können. „Wir müssen uns mit Übergangslösungen behelfen“, sagt Demos. Das bedeute, dass die drei Sporthallen, in denen Menschen einquartiert sind, vorerst nicht geräumt werden können. Die Stadt will zudem nicht ausschließen, dass weitere Hallen belegt werden müssen. „Ob es am Ende dazu kommt, lässt sich noch nicht abschätzen“, sagt Demos.

Bis Mitte des Jahres muss die Stadt 2300 Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf geben. Jede Woche treffen in Hannover bis zu 80 Asylsuchende ein. Derzeit sind nach Angaben der Bauverwaltung 2350 Menschen in städtischen Einrichtungen untergebracht. Diese reichen von Gemeinschaftswohnheimen über Wohnungen bis zu betreuten Wohngruppen. Die Grenzen der Kapazität sind längst erreicht, daher behilft sich die Stadt mit Notunterkünften. Dazu zählen drei Turnhallen in Vahrenwald (IGS Büssingweg), Ahlem (Schulzentrum) und Stöcken (Feuerwehr). Zudem hat die Stadt zwei Sammelunterkünfte eingerichtet: im ehemaligen Oststadtkrankenhaus für bis zu 300 Menschen, im leer stehenden Schulzentrum Ahlem für bis zu 200 Menschen.

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Notunterkünfte: Kaum mehr Plätze frei

In den Notunterkünften sind kaum noch Plätze frei, daher will die Stadt Containerdörfer errichten. An der Fuhsestraße in Leinhausen ist eine Unterkunft in Modulbauweise bereits in Betrieb, im März sollen weitere Container in Anderten an der Höverschen Straße bezugsfertig werden. Eigentlich sollten in Anderten bereits Flüchtlinge wohnen, doch die kalte Witterung hatte die Leitungsarbeiten auf dem Grundstück verzögert.

An fünf weiteren Standorten sollten kurzfristig Containerdörfer entstehen - doch jetzt verzögert die europaweite Ausschreibung den Bau. Darüber hinaus hat die Stadt elf Grundstücke für Modulbauten ausgewählt. Wann die Container zur Verfügung stehen, ist nun aber unklar.

Europaweite Ausschreibung für Modulbauten

50 Millionen Euro hat die Stadt in einem bereits vom Rat beschlossenen Nachtragshaushalt für den Kauf der Container veranschlagt. Da der Markt für Modulbauten leer gefegt ist, hatte die Stadt angenommen, auf eine Ausschreibung verzichten zu können. Baudezernent Uwe Bodemann war froh, überhaupt einen Anbieter an der Hand zu haben, der Container rasch und in größerem Umfang liefern konnte. „Aber im Zuge der Berichterstattung hat es mehrere Nachfragen von Modulherstellern gegeben“, sagt Stadtsprecher Demos. Um vergaberechtliche Querelen zu vermeiden, erhoben sich auch aus der Ratspolitik Forderungen nach einer Ausschreibung. „Jetzt bin ich erleichtert, dass die Stadt diesen Weg beschreitet“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Zwar werde das Verfahren mehrere Monate in Anspruch nehmen, eine Klage vor der Vergabekammer aber könnte die Anschaffung der Container noch mehr verzögern. „Die Ratsgremien werden schnell grünes Licht geben“, glaubt Engelke.

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