Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt US-Musiker schlug Polizisten ins Gesicht
Hannover Aus der Stadt US-Musiker schlug Polizisten ins Gesicht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:31 24.04.2015
Von Michael Zgoll
K-Young, Soulsänger und Rapper, hat für kräftige Dissonanzen gesorgt.
K-Young, Soulsänger und Rapper, hat für kräftige Dissonanzen gesorgt. Quelle: Symbolbild
Anzeige
Hannover

Bei der Sicherheitskontrolle frühmorgens um 5.30 Uhr verletzte der Rapper einen Sicherheitsbeamten mit einem Faustschlag im Gesicht. In einem Strafbefehlsverfahren wurde der 29-Jährige bereits rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 4800 Euro verurteilt. Am Dienstag wollte der Polizeibeamte vor dem hannoverschen Amtsgericht 3500 Euro Schmerzensgeld, 230 Euro Schadenersatz für eine stornierte Silvesterreise und 42 Euro Arztkosten erstreiten.

Weil K-Young – unter seinem bürgerlichen Namen Kenneth Edward Pratt II. eher unbekannt – nicht erschien und auch keinen Anwalt schickte, erließ Richterin Catharina Schwind ein Versäumnisurteil. Demnach muss der Musiker dem Polizeibeamten 1072 Euro überweisen. Den Schmerzensgeld-Anteil bezifferte Schwind dabei auf 800 Euro.

Offenkundig war der Amerikaner bei seiner Attacke alkoholisiert. Nach dem Durchleuchten wollte er seine Habseligkeiten nicht aus der Transportkiste nehmen, dann beschimpfte er den Polizisten als Nazi, Rassist und Nigger. Sein Schlag ins Gesicht des 48-jährigen Beamten bescherte diesem eine siebentägige Arbeitsunfähigkeit. Nach der Attacke wurde K-Young von anderen Sicherheitsbeamten niedergerungen und mit Handschellen gefesselt. Der nur 1,70 Meter große Sänger sagte später aus, man habe ihn respektlos behandelt. Zudem habe er sich lediglich gegen die Übergriffe von sechs Polizisten gewehrt.

Schon am Flughafen wurden dem US-Sänger 600 Euro Sicherheitsleistung abgeknöpft. Den Rest muss der Bundespolizist von dem nahe Los Angeles lebenden Künstler einfordern. Sollte dieser nicht zahlen, hat er bei seiner nächsten Deutschlandreise erneut mit Misstönen bei der Grenzkontrolle zu rechnen – dann aber angestimmt von Behördenseite.