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Aus der Stadt Überfälle auf Senioren in Hannover - Polizei hat Hinweise auf Täter
Hannover Aus der Stadt Überfälle auf Senioren in Hannover - Polizei hat Hinweise auf Täter
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22:00 02.03.2010
Von Tobias Morchner
Quelle: Polizeidirektion Hannover
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Sie sind extrem gewaltbereit, haben es ausschließlich auf Senioren abgesehen und verbreiten seit Monaten Angst in der Stadt. Jetzt haben die beiden Männer, die wegen einer Serie von acht Einbruchdiebstählen und Raubüberfällen gesucht werden, aber offenbar einen entscheidenden Fehler begangen. Nach einem erneuten Beutezug am 17. Februar in Bemerode, bei dem sie die EC-Karte eines 80-Jährigen entwendet hatten, hoben sie zwei Tage später an einem Döhrener Geldautomaten 500 Euro ab. Dabei wurden sie von der Überwachungskamera des Geldinstituts gefilmt.

Die Beamten der Ermittlungsgruppen „Senioren“, die ausschließlich mit der Aufklärung dieser Straftaten befasst sind, hoffen nach der Veröffentlichung der Fotos auf den Durchbruch. Sie gehen davon aus, dass die beiden Männern auf den Fotos für alle acht Taten verantwortlich sind. Die Serientäter sind etwa 30 Jahre alt und tragen in der Regel dunkle Kleidung. Einer der Männer ist 1, 80 Meter groß, sein Komplize ist etwas kleiner. Sie sprechen Deutsch mit Akzent. Ihre Masche ist meist ähnlich: Sie geben sich in der Regel als Polizeibeamte aus, erlangen so schnell das Vertrauen ihrer Opfer und schlagen dann zu. Ihre Überfälle dauern nur wenige Minuten.

So war es auch im jüngsten Fall in Bemerode. Die Männer durchwühlten gerade die Wohnung eines 80-Jährigen in der Straße Oheriedetrift, als sie von dem Mieter überrascht wurden. Der Rentner hatte am Nachmittag kurz schlafen gelegt und war durch laute Geräusche im Wohnzimmer geweckt worden. Als der Senior die Unbekannten ansprach, wiesen sie sich als Kriminalbeamte aus und gaben an, sie müssten die Wohnung des 80-Jährigen durchsuchen. Dabei erbeuteten sie die EC-Karte des 80-Jährigen.

Es ist nicht das erst Mal, dass die Gesuchten solch eine Dreistigkeit an den Tag legen. Im ersten Fall, der sich in der Woche vor Weihnachten in der Nordstadt ereignete, klingelten die beiden Männer am Nachmittag an der Wohnung eines 84-Jährigen. Auch dort stellten sie sich als Polizisten vor. Plötzlich griff einer der Täter dem Rentner ins Gesicht und bedrohte ihn mit einem Messer. Zwei Stunden später überwältigten sie eine 85-Jährige in ihrer Südstadt-Wohnung. Dabei verzichteten sie auf die Tarnung als Kriminalbeamte, sondern drohten der Frau sofort damit, sie umzubringen und ihr die Finger abzuschneiden, wenn sie um Hilfe schreien würde.
Anfang Januar passte einer der Gesuchten eine 83-Jährige vor ihrer Haustür in der Berliner Allee ab. Er sei von der Polizei und wollte die Seniorin in ihrer Wohnung begleiten, weil dort eingebrochen worden sei, gab der Unbekannte seinem Opfer gegenüber an. Bei der anschließenden „Wohnungsdurchsuchung“ nahm der Täter wertvollen Schmuck an sich und entkam, bevor die 83-Jährige Verdacht schöpfte.

Die Beamten der Ermittlungsgruppe bitten Zeugen, die etwas zur Identität der beiden Männer oder zu deren Aufenthaltsort sagen können, sich mit der Kriminalpolizei unter der Nummer (0511) 1 09 55 55 in Verbindung zu setzen. Am Montagabend haben drei junge Männer einen 66-Jährigen in Bothfeld überfallen. Sie sprachen ihr Opfer in der Adolf-Emmelmann-Straße an. Plötzlich schubsten sie den Senior zu Boden, traten ihm in den Unterleib und bedrohten ihn mit einem Messer. Schließlich übergab der Senior dem Trio das Bargeld, das er kurz zuvor bei einer Bank abgehoben hatte. Die Angreifer flüchteten. Nach Angaben der Ermittler hat dieser Überfall jedoch nichts mit der Serie der „falschen Polizisten“ gemeinsam. „Dafür haben wir keinerlei Hinweise“, sagte ein Behördensprecher.