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Aus der Stadt Überfallopfer bittet vergeblich um Hilfe
Hannover Aus der Stadt Überfallopfer bittet vergeblich um Hilfe
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18:29 15.09.2012
Von Vivien-Marie Drews
Zivilcourage ist keine Selbstverständlichkeit. Quelle: dpa (Symbolbild)
Mitte

Die 53-Jährige hatte am Donnerstag gegen 16.50 Uhr ein Mehrfamilienhaus an der Hamburger Allee im Stadtteil Mitte betreten wollen. Am Hauseingang wurde sie plötzlich von einem Mann angesprochen. Der angetrunkene Unbekannte stellte sich vor die Frau, versperrte ihr den Weg in den Wohnungsflur und forderte Geld. Als die Frau erklärte, dass sie kein Bargeld dabei habe, wurde der Mann aggressiv. Er packte sein Opfer an den Haaren und schlug der Frau mehrmals mit der Faust gegen den Kopf.

Dem Opfer gelang es schließlich, sich loszureißen. Mit großen Schritten lief die Frau die Hamburger Allee entlang, der Täter folgte ihr. Verzweifelt versuchte die Frau, Passanten auf sich aufmerksam zu machen und sie um Hilfe zu bitten. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, hatten mehrere Fußgänger nichts als Desinteresse für die hilflose Frau übrig. „In einem Fall hat das Opfer jemanden gebeten, mit dem Handy die Polizei zu rufen“, sagte am Freitag Polizeisprecher Thorsten Schiewe. Daraufhin soll der Mann lediglich erwidert haben, dass er kein Telefon dabei habe. Dann setzte er seinen Weg unbeirrt fort.

Eine Radfahrerin erkannte schließlich den Ernst der Situation. Als sie abbremste, um zu Hilfe zu eilen, ergriff der Täter die Flucht. Polizisten, die eine genaue Personenbeschreibung vorliegen hatten, spürten den Mann wenig später in der nahegelegenen Wörthstraße auf und nahmen den Täter fest. Ein Haftrichter sollte noch am Freitag entscheiden, ob der wohnungslose Mann vorerst in Untersuchungshaft kommt.

Der Fall ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Zivilcourage noch lange keine Selbstverständlichkeit ist. Um Zivilcourage zu fördern, haben Stadt, Polizei und andere Organisationen sich zusammengetan und werden kommende Woche gezielt darüber informieren, wie Zeugen sich richtig verhalten. Die Kampagne „Ich bin ein Held – Was ist mit Dir?“ beginnt am Montag mit einer Auftaktveranstaltung in der Innenstadt. Zwischen Karmarschstraße und Große Packhofstraße werden die Mitglieder der Initiative – darunter die Opferschutzorganisation Weißer Ring, Polizei und City-Gemeinschaft – ihre Informationsstände aufbauen. Beamte der Polizeidirektion Hannover sind in der kommenden Woche außerdem in Schulen unterwegs, um dort mit Kindern und Jugendlichen über das Thema Zivilcourage zu sprechen. „Wir möchten erreichen, dass keiner wegsieht, wenn andere Menschen Hilfe brauchen“, sagt Polizeipräsident Axel Brockmann.

Die Polizei rät, in Notfallsituationen einige wichtige Aspekte zu beachten. So sollten sich Zeugen niemals selbst in Gefahr bringen, um einem Opfer zu helfen. Wichtig sei, die Polizei zu informieren und anschließend weitere Passanten auf die Situation aufmerksam zu machen.

„Mit unserer Kampagne wollen wir dafür sensibilisieren, sich für den anderen verantwortlich zu fühlen“, sagt Bürgermeister Bernd Strauch. Das Sicherheitsgefühl der Bürger solle gestärkt und gegen Gewalt und Diskriminierung vorgegangen werden.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.zivilcourage-hannover.de und www.aktion-tu-was.de.

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