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Aus der Stadt Überwachung in Ernst-August-Galerie wohl rechtswidrig
Hannover Aus der Stadt Überwachung in Ernst-August-Galerie wohl rechtswidrig
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08:44 11.02.2011
Die Ernst-August-Galerie in Hannover filmt einem Bericht zufolge in Bereichen, in denen eine Überwachung rechtlich nicht erlaubt ist.
Die Ernst-August-Galerie in Hannover filmt einem Bericht zufolge in Bereichen, in denen eine Überwachung rechtlich nicht erlaubt ist. Quelle: Ralf Decker (Archiv)
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Der Einsatz von Überwachungskameras in den Einkaufszentren der Hamburger ECE-Gruppe, zu der auch die Ernst-August-Galerie gehört, ist nach Einschätzung mehrerer Landesdatenschutzbehörden zu großen Teilen rechtswidrig. Gegen diesen Befund, den Überprüfungen mehrerer von der ECE-Firma betriebener Einkaufszentren ergaben, will das Unternehmen nun gerichtlich vorgehen. Ein Urteil würde sich auch auf das Überwachungssystem der Galerie in Hannover auswirken.

Eine Überprüfung der niedersächsischen Datenschutzbehörde im Jahr 2009 ergab, dass auch die Ernst-August-Galerie in Bereichen filmt, in denen eine Überwachung rechtlich nicht erlaubt ist. „Das betrifft etwa Cafés und Eingänge zu den einzelnen Läden, in denen die Besucher ein Recht darauf haben, sich unbeobachtet bewegen zu können“, sagt Michael Knaps, Sprecher der Behörde. Des Weiteren seien die Hinweise auf die Videoüberwachung unzureichend, viele Schilder seien entweder zu klein oder in schlechter Höhe angebracht.

Ein weiterer gravierender Mangel besteht laut den Datenschützern in der Verwendung des Videomaterials, das die 46 in der Galerie angebrachten Kameras aufzeichneten. Die Firma ECE gibt an, mit der Überwachung zur Sicherheit der Besucher beizutragen, da in Notfällen sofort reagiert werden könne. Es gibt jedoch niemanden, der die Kamerabilder während der Aufzeichnung beobachtet. Darüber hinaus, so Knaps, hätten die Prüfer Videomaterial gefunden, das älter als die zulässigen 72 Stunden gewesen sei.

Catharina Schubert, Managerin der Ernst-August-Galerie, weist diesen Vorwurf zurück. „Wir sind uns unserer Verantwortung durch die Aufzeichnungen bewusst und achten darauf, die Bänder nach der vorgegebenen Zeit zu überspielen.“ Die Kameras dienten in erster Linie der Abschreckung vor möglichen Straftaten wie Diebstahl und Vandalismus und seien vorwiegend auf die Hauptverkehrswege ausgerichtet. Dass auf einigen Videobändern auch Cafés zu sehen sind, könne jedoch nicht verhindert werden. Schubert sieht derzeit keinen Anlass, die Situation zu verändern, sie will zunächst das Urteil aus Hamburg abwarten.

Isabel Christian