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Aus der Stadt Üstra will anonyme Tipps zu weiteren Verstößen
Hannover Aus der Stadt Üstra will anonyme Tipps zu weiteren Verstößen
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00:19 28.01.2018
Die Üstra sammelt jetzt Hinweise auf Verstöße bei der Auftragsvergabe. 
Die Üstra sammelt jetzt Hinweise auf Verstöße bei der Auftragsvergabe.  Quelle: dpa
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Hannover

 Der Üstra-Vorstand sucht jetzt gezielt nach Hinweisen auf Missachtrung von Gesetzen und Regeln in dem Unternehmen, zum Beispiel bei der Auftragsvergabe. Seit Donnerstag gibt es die Möglichkeit, Hinweise per Mail zu geben, aber auch per Telefon oder Brief nimmt die Üstra Informationen entgegen, auch anonym.

Vorstandschef  Volkhardt Klöppner kündigte an, allen Hinweisen nachzugehen. Das Angebot richtet sich sowohl an die Mitarbeiter des Unternehmens als auch an Hinweisgeber außerhalb der Üstra. „Solche Hinweise sind für uns wichtig, weil sie uns helfen, Verstöße gegen Richtlinien und Gesetze aufzuspüren und zu ahnden und damit gleichzeitig negative Folgen für unsere Mitarbeiter, Geschäftspartner, Eigentümer und das Unternehmen selbst abzustellen“, erklärte Dr. Klöppner. 

Die Üstra will als Ansprechpartner für Hinweisgeber einen externen Ombudsmann einsetzen. Da für die Auswahl einer solchen Person ein ordnungsgemäßes Vergabeverfahren durchgeführt wird, übernimmt zunächst Klöppner selbst die Aufgaben des persönlichen Ansprechpartners. Zahlreiche börsennotierte Unternehmen in Deutschland bieten bereits ein solches Hinweisgebersystem an wie es jetzt auch bei der Üstra eingeführt wurde. Information dazu gibt es auf der Homepage des Unternehmens unter www.uestra.de/unternehmen/ueber-uns/hinweisgebersystem. 

Wie berichtet, hat es bei der Üstra in der Vergangenheit schwere Verstöße bei der Vergabe von Aufträgen gegeben. Unter anderen sollen Verwandte von Mitarbeitern bei Aufträgen des Unternehmens begünstigt worden sein. In der Abteilung wurde regelmäßig gegen Gesetze und Regeln verstoßen. Zudem soll der Ehemann eines Aufsichtsratsmitglieds einen Auftrag erhalten haben. 

Unterdessen hat Üstra-Aufsichtsratsmitglied Daniel Farnung (FDP) eine Sondersitzung des Kontrollgremiums beantragt. Darin sollte ausschließlich über die Verwicklung ehemaliger und amiterender Aufsichtsratsmitglieder in die Vergabeaffäre bei der Üstra beraten werden, sagte Farnung am Donnerstag. Er forderte zudem, eine Antwaltskanzlei mit einer juristischen Stellungnahme zu den beiden Fällen zu beauftragen. 

Von Mathias Klein