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Aus der Stadt Die Üstra hat eine Vision - Strom
Hannover Aus der Stadt Die Üstra hat eine Vision - Strom
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00:29 30.04.2015
Von Bernd Haase
Foto: Auf dem Betriebshof Glocksee haben die Üstra-Vorstände Wilhelm Lindenberg (links) und André Neiß umweltfreundliche Üstra-Fahrzeuge zusammenstellen lassen.
Auf dem Betriebshof Glocksee haben die Üstra-Vorstände Wilhelm Lindenberg (links) und André Neiß umweltfreundliche Üstra-Fahrzeuge zusammenstellen lassen. Foto: Dröse Quelle: Rainer Dröse
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„Auch die Autoindustrie unternimmt Anstrengungen in diese Richtung. Wir wollen die Nase vorn behalten“, sagt der Vorstandsvorsitzende André Neiß. Umweltfreundlichkeit gehört seit jeher zum Kernbereich des Marketings der Üstra. Bis die eigene Vision vom Null-Emissions-Unternehmen Wirklichkeit wird, werden allerdings noch viele Jahre ins Land gehen.

Zuletzt hat sich bei der Üstra einiges getan. Seit Beginn dieses Jahres gilt ein neuer Liefervertrag mit den Stadtwerken, der ausschließlich Strom aus regenerativen Quellen garantiert - in erster Linie aus Wasserkraft. Damit können die Stadtbahnen fahren, ohne dass für ihren Antrieb Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangt. Ihr Stromverbrauch ist von 1993 bis 2014 ohnehin um 25 Prozent gesunken, weil modernere Technologie zur Verfügung steht. So wird zum Beispiel beim Bremsen nicht einfach Energie vernichtet, sondern über sogenannte Schwungradspeicher zurückgewonnen. Sie kann bei Bedarf wieder ins Stromnetz eingespeist werden. Um die Ausbeute zu erhöhen, will die Üstra nach Angaben von Technikvorstand Wilhelm Lindenberg in Altwarmbüchen einen dritten dieser Speicher bauen. Weil - wie der Volksmund sagt - Kleinvieh auch Mist macht, stellt die Üstra Mitarbeitern Elektrofahrräder zur Verfügung. Außerdem hat sie einen BMW i3 mit Elektroantrieb in den Fuhrpark aufgenommen; vorerst zu Testzwecken. Das Unternehmen besitzt vier Solaranlagen.

Die Bilder zur Vorstellung des neuen E-Konzepts der Üstra in Hannover.

Die Folgen von all dem lassen sich in Zahlen ausdrücken. „Der Energieverbrauch pro Person und gefahrenem Kilometer entspricht dem eines Autos mit 1,6 Litern auf 100 Kilometern“, sagt Neiß. Während Busse und Bahnen der Üstra 51,4 Gramm Kohlendioxid pro Personenkilometer in die Atmosphäre pusteten, seien es im Autoverkehr durchschnittlich 134,6 Gramm.

Um bessere Werte zu erzielen und den Kohlendioxidausstoß tatsächlich in Richtung null zu drücken, müsste sich beim Busverkehr mehr tun. Zwar wird die Üstra durch Neuzugänge Ende des Jahres die Hälfte ihrer Flotte in Form von Hybridbussen auf die Straße schicken, aber Lindenberg bezeichnet diese Variante - die Fahrzeuge verfügen über eine Kombination aus Elektro- und Dieselantrieb - als Brückentechnologie. Die Zukunftsmodelle in Sachen Umweltfreundlichkeit sind Elektrobusse, angetrieben von Strom aus regenerativen Quellen. Von diesen wird die Üstra Anfang kommenden Jahres drei in Betrieb nehmen.

Einem größeren Engagement steht erstens der derzeit noch sehr hohe Anschaffungspreis entgegen. Der Stückpreis liegt bei 600 000 Euro und damit doppelt so hoch wie bei einem Hybridbus. Zweitens haben viele der vorhandenen Üstra-Busse nach Angaben von Neiß bis zur Ausmusterung noch deutlich mehr als ein Jahrzehnt Betriebsdauer vor sich.

Seit 2014 hat die Üstra ein zertifiziertes Energiemanagementsystem. Es dient dazu, den Verbrauch an allen sechs Standorten und in der Unternehmenszentrale am Hohen Ufer weiter zu optimieren. Und damit die Öffentlichkeit diese Anstrengungen auch mitbekommt, fahren eine Stadtbahn, ein Hybridbus, das Elektroauto und die E-Bikes mit aufgeklebten Motiven in Grün sowie dem neuen Leitspruch durch die Stadt.

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