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Aus der Stadt Diese Busse fahren bald durch Hannover
Hannover Aus der Stadt Diese Busse fahren bald durch Hannover
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00:15 02.06.2015
Von Bernd Haase
Hannover - Üstra - Vorstellung des neuen Elektrobusses, der ab dem kommenden Jahr in Hannover eingesetzt wird. (von links) Designer Jens Timmich aus Berlin - Üstra-Vorstände Wilhelm Lindenberg und André Neiß. Quelle: Tim Schaarschmidt
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„Wir haben uns farblich am Corporate Design der Üstra orientiert. Der Innenraum wirkt frisch und leicht“, sagt Jens Timmich, Designverantwortlicher bei Solaris. Weil die bei einem Elektrobus notwendigen Dachaufbauten wie etwa der hochfahrbare Stromabnehmer durch die Karosserie verkleidet sind, ähneln die Gefährte den herkömmlichen Solaris-Dieselbussen, die die Üstra schon einsetzt.

Aus einem europaweiten Vergabeverfahren war Solaris aus Polen als Sieger hervorgegangen. Die Üstra ist das erste Unternehmen, das den Bus mit dem Typennamen „New Urbino E12“ bestellt hat. Die drei Busse werden für einen Flottenversuch genutzt, der zeigen soll, ob Elektrobusse das halten, was von ihnen erwartet wird: Minderung des Kohlendioxidausstoßes und der Lärmbelastung bei gleichzeitiger Wirtschaftlichkeit. Die Stromer sind zwar im Betrieb kostengünstiger, aber der Stückpreis liegt mit 600 000 Euro mehr als doppelt so hoch wie derjenige für einen herkömmlichen Dieselbus. „Wir erwarten, dass sich das noch angleicht“, sagt Üstra-Chef André Neiß. Kostentreiber bei den Elektrobussen sind vor allem die Batterien. Der New Urbino E12 ist mit drei Packs ausgestattet, die zusammen 780 Kilogramm wiegen und mit insgesamt 120.000 Euro zu Buche schlagen.

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Am liebsten würde das Unternehmen von 2017 an nur noch Elektrobusse anschaffen und hätte dann bis 2028 seine gesamte, 132 Fahrzeuge umfassende Flotte umgestellt. „Das geht aber nach derzeitigem Stand der Dinge nur mit finanziellen Zuschüssen“, erklärt Üstra-Vorstand Wilhelm Lindenberg. Auch der anstehende Flottenversuch wird durch das Bundesumweltministerium, die für den Nahverkehr zuständige Region Hannover und die Stadtwerke unterstützt.

Ob das Elektrobus-Projekt auf die gesamte Busflotte übertragbar ist, hängt noch vom Verlauf des Tests ab. Es muss geklärt werden, wie viele Ladestationen erforderlich sind, welche Auswirkungen das auf die Stromversorgung der Stadtbahn hat (siehe beistehenden Text) und wie der Werkstattbetrieb organisiert werden muss. „Bisher sind die Kraftfahrzeugmechaniker die Könige der Werkstatt. Künftig werden es möglicherweise Elektrofachleute sein“, sagt Neiß.

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