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Aus der Stadt Üstra kontrolliert mit Großaufgebot
Hannover Aus der Stadt Üstra kontrolliert mit Großaufgebot
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00:27 03.04.2015
Von Bernd Haase
Hannover am 27. März 2015: Schwerpunktkontrolle der Uestra an der Haltestelle Christuskirche am Nachmittag.
Hannover am 27. März 2015: Schwerpunktkontrolle der Uestra an der Haltestelle Christuskirche am Nachmittag. Quelle: Michael Wallmueller
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Bei einem derartigen Einsatz rückt anders als bei üblichen Fahrausweisprüfungen ein Großaufgebot an und riegelt einen kompletten Bahnsteig der Stadtbahn ab. Ort der Schwerpunktkontrolle war die Station Christuskirche der Linien 6 und 11 in der Nordstadt. Dort kamen am vergangenen Freitag von 17 bis 17.30 Uhr Kontrolleure in neongelben Westen, Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der Üstra-Tochter Protec sowie Polizisten zum Einsatz - insgesamt rund 40 Männer und Frauen. Das Personal kontrollierte in jedem haltenden Zug sowie auf den Bahnsteigen. „Ziel ist es, eine hundertprozentige Kontrollquote zu erreichen“, sagt Raddatz.

In Zuschriften an die HAZ und auch in den sozialen Medien haben Betroffene die Aktion kritisiert. Das Auftreten der Einsatzkräfte sei martialisch gewesen. Zum Beispiel sei ein zehnjähriger, weinender Junge, der seinen Schülerausweis vergessen hatte, von insgesamt sieben Fahrausweisprüfern und Sicherheitsdienstmitarbeitern bedrängt worden. Auf die Aufforderung eines Protec-Mitarbeiters, das Kind gehen zu lassen, habe ein Kontrolleur erwidert: „Wenn wir die Kids ungeschoren davonkommen lassen, haben wir in Zukunft nichts als Ärger mit denen.“ Es habe insgesamt ein Klima der Angst geherrscht. Viele Fahrgäste, die an der Christuskirche zusteigen wollten, hätten zunächst lieber auf der Straßenebene das Ende der Aktion abgewartet.

Raddatz sagte, konkrete Vorwürfe wegen des Auftretens des Personals seien ihr nicht bekannt. Sie verteidigte aber die Schwerpunktkontrolle. „Es geht uns im Sinne der ehrlichen Fahrgäste um zwei Dinge: Wir müssen etwas gegen notorische Schwarzfahrer unternehmen, die wir bei üblichen Fahrausweisprüfungen nicht ertappen, weil sie Kontrolleure kennen und auch wissen, wie man ihnen entkommt“, sagt sie. Außerdem seien zuletzt wieder häufiger gefälschte Fahrausweise aufgetaucht. Insgesamt erhoffe man sich von derartigen Aktionen eine abschreckende Wirkung auf Schwarzfahrer.

Zuletzt im Jahr 2010 hatte die Üstra die Schwerpunktkontrollen regelmäßig im Abstand von etwa drei Monaten an unterschiedlichen Stationen durchgeführt. Ob dies nun wieder ansteht, konnte Raddatz gestern noch nicht sagen: „Wir werden die Aktion an der Christuskirche und die Ergebnisse auswerten und dann entscheiden, was wir tun.“ Dabei gehe es auch um die Kosten für den Einsatz im Verhältnis zu dessen Nutzen.

Conrad von Meding 01.04.2015
Jörn Kießler 01.04.2015
01.04.2015