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Aus der Stadt Schon Ostern freies WLAN für alle in der City?
Hannover Aus der Stadt Schon Ostern freies WLAN für alle in der City?
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00:26 14.11.2015
Netznutzer als Nutznießer: Für Jana und Marcel - am Mittwochabend auf der Bahnhofstraße unterwegs - wäre freies WLAN ein praktisches Angebot. Quelle: Thomas
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Hannover

Zwar ist vieles noch in der Planung, Details sind noch nicht geklärt und etliche Probleme müssen noch gelöst werden. Die HAZ beantwortet auf der Basis des heutigen Standes die wichtigsten Fragen:

Wo wird der Service verfügbar sein?

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Die Üstra plant groß. Sie will in dem Dreieck zwischen Hauptbahnhof, Steintor, Platz der Weltausstellung und Aegi ihr WLAN funken.

Warum macht die Üstra das Angebot?

In den vergangenen Monaten ist der Druck auf das Verkehrsunternehmen gewachsen, den Fahrgästen in den Bussen und Bahnen einen freien WLAN-Zugang anzubieten, heißt es aus dem Unternehmen. Offenbar soll das Netz in der Stadt dazu dienen, die unterschiedlichen technischen und auch finanziellen Möglichkeiten für das WLAN bei dem Verkehrsunternehmen auszuprobieren. In der City könnte zumindest getestet werden, welche technischen Voraussetzungen für das Funknetz nötig sind, wenn möglicherweise zehntausend Menschen mit ihren Smartphones zugleich im Internet surfen. Ob am Ende wenige Geräte mit hoher Sendeleistung oder ein Netz aus vielen kleineren mit geringerer Sendeleistung installiert werden, ließ das Unternehmen zunächst noch offen.

Was zahlen die Nutzer für den Zugang?

Gar nichts. Die Nutzung des Funknetz soll kostenfrei, der Zugang unbeschränkt und für jeden unkompliziert nutzbar sein.

Wenn der Kunde nichts zahlt - wer soll das WLAN finanzieren?

Die Üstra will Sponsoren mit ins Boot nehmen. Wie zu erfahren war, sind das Energieversorgungsunternehmen Enercity und die Telekommunikationsfirma htp dabei. Weitere Sponsoren werden noch gesucht.

Wird das Netz für alle in der City zu einer Dauereinrichtung?

Das ist noch unklar. Derzeit ist von einem Pilotprojekt die Rede. Das heißt, nach einiger Zeit will die Üstra Kosten und Nutzen bilanzieren. Allerdings ist es schwer vorstellbar, dass das Netz einfach wieder abgeschaltet wird. Die Besucher der Innenstadt dürften sich schnell daran gewöhnen, und für die Kaufleute in der City wäre es ein wichtiger Standortvorteil gegenüber anderen Städten.

Welche Vorteile und konkreten Nutzungen bietet das Üstra-WLAN in der City den Bürgern?

Telefonieren, SMS und Twitter-Texte senden und empfangen - das geht mit dem Smartphone auch flott und billig übers Telefonnetz. Am weitesten verbreitet sind schließlich Handyverträge mit Pauschalkosten für diese Art der Nutzung. Anders sieht es aus, wenn Fotos oder Videos von Facebook, Youtube, Twitter und Co. aus dem Netz heruntergeladen werden sollen oder Spiele eine Internetverbindung voraussetzen. Auch das geht zwar übers Funktelefonnetz - es kann aber bei größerem Datenvolumen schnell teuer werden. Wird das kostenlose Üstra-WLAN genutzt, fallen auch dabei keine weiteren Verbindungsgebühren an.

Ist Hannover mit dem WLAN-Projekt ein Vorreiter unter den deutschen Städten?

Einige Metropolen, etwa Düsseldorf, haben bereits ein gebührenfreies, offenes City-WLAN - aber allzu viele sind es nicht. Gerade als Messestadt dürfe Hannover da nicht zurückstehen, hatten Ratsopposition und City-Kaufleute zuletzt von der Stadtverwaltung verlangt. Diese allerdings hatte kein großes Interesse gezeigt, den Internetzugang für alle anzubieten - und mit den Kosten dafür den Haushalt zu belasten.

Jörn Kießler 11.11.2015
Simon Benne 14.11.2015
Conrad von Meding 14.11.2015