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Aus der Stadt Üstra testet neuen Elektrobus
Hannover Aus der Stadt Üstra testet neuen Elektrobus
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06:15 28.09.2012
Von Bernd Haase
Bremst sanft, fährt leise, schont die Umwelt – ist aber teuer: Der Elektrobus der polnischen Firma Solaris, den die Üstra am Dienstag testete. Quelle: Thomas
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Hannover

Wer Interesse an modernen Nahverkehrsbussen hat, sollte sich den 14. November vormerken. An diesem Tag will die Üstra zum ersten Mal einen Elektrobus im Regelverkehr einsetzen – das in Sachen Umweltfreundlichkeit modernste Fahrzeug, das derzeit auf dem Markt zu haben ist. Der polnische Hersteller Solaris aus Posen, bei dem die Üstra auch herkömmliche Busse kauft, präsentiert den Elektrobus vom Typ Urbino derzeit auf der Internationalen Automobilausstellung für Nutzfahrzeuge in Hannover. Am Dienstag fuhr er auch in der Innenstadt, allerdings ohne Fahrgäste.

Geht es nach Busfahrer Dirk Schubert, könnte die Üstra gerne ihre Beschaffungspolitik neu justieren und auf die Elektrofahrzeuge setzen. „Der Bus lässt sich gut fahren, beschleunigt sanft, läuft ruhig, und man bremst ruckfrei“, sagt er. Das Fahrgeräusch entspricht dem einer Nähmaschine im Schnell­stichverfahren. Statt eines Armaturenbretts mit Knöpfen und Hebeln bedient der Fahrer ein Display.

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Solaris hat den E-Bus in nur anderthalb Jahren entwickelt, wie Malgorzata Olszewska, Vertriebs- und Marketingvorstand des Familienunternehmens, stolz erzählt: „In Europa sind wir damit in puncto Qualität Marktführer.“ Die Üstra setzt derzeit bei der Busbeschaffung auf sogenannte Hybridfahrzeuge, die Bremsenergie in Strom zum Anfahren umwandeln, ansonsten aber mit Diesel laufen. Der Elektrobus, dessen Lithium-Ionen-Batterie in 75 Minuten aufgeladen werden kann und dann Strom für eine Reichweite von 100 Kilometern liefert, täte der Umwelt ungleich wohler. Das allerdings hat seinen Preis: Ein Dieselbus kostet etwa 280.000, ein Hybridbus 450.000 Euro. Für einen Elektrobus mit den für Hannover erforderlichen zwölf Metern Länge wären bis zu 750.000 Euro pro Stück fällig. Das ist happig, denn die Üstra muss in den nächsten Jahren mehr als 60 neue Busse anschaffen. Dazu kommen beim E-Modell Kosten für Ladestationen.

Theoretisch könnte die Üstra beim Buskauf noch von Hybrid- auf Elektromodelle umsteuern, ein entsprechender Beschluss der Regionsversammlung gibt das her. Praktisch sieht Vorstand Wilhelm Lindenberg die Kosten als Hürde und hat daher vorerst etwas anderes im Sinn: „Wenn wir Fördergelder vom Bund bekommen, könnten wir einen E-Baus für ein einjährige Pilotprojekt holen“, sagt er. In keinem Fall wird die Stadt, wie sonst eigentlich immer in Niedersachsen, damit Vorreiter: Der erste Elektrobus überhaupt, den Solaris ausliefert, geht nach Angaben von Olszewska nach Braunschweig.

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