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Aus der Stadt Üstra testet neues Warnsystem
Hannover Aus der Stadt Üstra testet neues Warnsystem
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00:15 27.01.2014
Von Bernd Haase
Die Üstra will schwere Unfälle wie diesen auf der Podbielskistraße in Zukunft verhindern. Quelle: Elsner (Archiv)
Hannover

Nach den drei tödlichen Unfällen Ende vergangenen und Anfang des laufenden Jahres prüft die Üstra, ob sie ihre Stadtbahnen technisch aufrüstet. An einem Silberpfeil testet sie in den kommenden Wochen ein sogenanntes Assistenzsystem, das Hindernisse im Gleis erkennen kann und dann den Fahrer akustisch warnt. Wie der Abteilungsleiter Stadtbahn, Gunnar Straßburger, im Verkehrsausschuss der Region ankündigte, soll im Frühjahr außerdem ein Verkehrssicherheitstag organisiert werden, bei dem es speziell um Gefahren im Stadtbahnverkehr geht.

Die allgemeinen Unfallzahlen mit Beteiligung von Stadtbahnen haben sich in den vergangenen 20 Jahren nach Angaben Straßburgers halbiert. Dies gelte allerdings bedauerlicherweise nicht für die Fälle, in denen Tote und Schwerverletzte zu beklagen waren. „Das Jahr hat in dieser Hinsicht schlecht begonnen“, sagte er, betonte aber gleichzeitig, dass die Üstra auch in der Vergangenheit schon reagiert habe – etwa durch die Anweisung an die Fahrer, das Tempo vor der Einfahrt in Haltestellen zu drosseln.

Bei einem Unfall an der Podbielskistraße ist ein Radfahrer mit einer Stadtbahn kollidiert. Der Radfahrer ist im Krankenhaus an den Folgen seiner Verletzungen gestorben.

Das Assistenzsystem wird von der Industrie bereits in Lastwagen und in Personenwagen der gehobenen Kategorie eingebaut. „Im Bereich Stadtbahn ist es relativ neu. Es gibt mehrere Verkehrsunternehmen, die es testen, aber noch keines, das es serienmäßig verwendet“, berichtete Straßburger. Das kamerabasierte System könne um die Kurve schauen und auch technische Einrichtungen wie etwa Signalmasten von Objekten unterscheiden, die nichts auf dem oder am Gleiskörper zu suchen hätten. „Es hilft, wenn beispielsweise ein betrunkener oder ein hilfloser Mensch auf den Gleisen liegt. Wenn jemand unvermutet etwa hinter einer anderen Bahn hervortritt, reicht die Reaktionszeit aber nicht aus“, sagte er.

Anderen technischen Änderungen erteilte Straßburger eine Absage – etwa der Forderung, die silbernen Stadtbahnen in eine auffälligere Farbe umzulackieren. „Wir haben das von der Unfallforschung untersuchen lassen. Wer eine silberne Bahn nicht sieht, sieht die grüne auch nicht“, sagte Straßburger. Häufigerer Einsatz der sogenannten Rasselglocke, also der Klingel der Bahnen, sei ebenfalls nicht zielführend und der Bevölkerung wegen der Lärmbelästigung nicht zuzumuten.

Probleme durch den Bau der neuen oberirdischen Stadtbahnstrecke in der City, bei der sich Bahnen, Fußgänger und Fahrradfahrer den Straßenraum in Bereichen der Kurt-Schumacher-Straße teilen, erwartet die Üstra nicht. „Wir haben eine solche Situation jetzt auf dem Ernst-August-Platz. Dort liegen die Unfallzahlen wegen der geringen Geschwindigkeit der Bahnen bei Null“, sagte Straßburger.

Die beiden jüngsten tödlichen Unfälle hatten sich an der Wallensteinstraße in Oberricklingen und am Spannhagengarten in Groß-Buchholz ereignet. Im ersten Fall hat die Unfallkommission ihre Untersuchung abgeschlossen. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass Unachtsamkeit des Opfers, eines 72-jährigen Mannes, vorgelegen habe und folglich baulich oder technisch nichts verändert werden müsse. Der Bericht zum zweiten Fall steht noch aus. Beim Verkehrssicherheitstag wird die Üstra mit Landesverkehrswacht und Polizei zusammenarbeiten. Geplant sind Aktionen an Haltestellen sowie Hinweise auf Flyern und im Fahrgastfernsehen.

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