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Aus der Stadt Üstra verteilt 56.731 Knöllchen
Hannover Aus der Stadt Üstra verteilt 56.731 Knöllchen
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22:13 22.01.2014
Von Bernd Haase
Foto: Erwischt: Im vergangenen Jahr sind den Kontrolleuren insgesamt 56.731 Schwarzfahrer ins Netz gegangen.
Erwischt: Im vergangenen Jahr sind den Kontrolleuren insgesamt 56.731 Schwarzfahrer ins Netz gegangen. Quelle: Michael Wallmüller
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Beim Unternehmen Regiobus, das mit dem öffentlichen Busverkehr in weiten Teilen der Region betraut ist, gibt es das Schwarzfahrerproblem kaum. Lediglich 177 Männer, Frauen und Jugendliche kassierten in den vergangenen zwölf Monaten ein Knöllchen.

„Mit unserer Strategie gegenüber Schwarzfahrern halten wir weiter Kurs“, sagt André Neiß, Vorstandsvorsitzender der Üstra. Die Marschroute hatte das Unternehmen vor einigen Jahren festgelegt, als es die Fahrausweiskontrollen massiv verstärkte. In Spitzenjahren waren es danach bis zu 90 000 Fahrgäste, die das für Schwarzfahrer vorgesehene „erhöhte Beförderungsentgelt“ in Höhe von 40 Euro bezahlen mussten.

Insgesamt setzt die Üstra derzeit 62 Kontrolleure ein, die, so sieht es Neiß, „einen gewiss nicht einfachen, aber wichtigen Job freundlich und mit Fingerspitzengefühl machen.“ Es gehe auch nicht darum, möglichst viele Fahrgäste zu erwischen, sondern die allgemeine Zahlungsmoral der Nahverkehrskunden zu heben. Aus Befragungen wisse man, dass die Mehrheit der Kunden in Bussen und Bahnen die Prüfungen begrüßten. Diese sorgten für mehr Gerechtigkeit.

Die Schwarzfahrerquote, die das Verhältnis von überprüften zu ertappten Fahrgästen beschreibt, liegt bei zwei Prozent. Insgesamt verbuchte die Üstra Einnahmen in Höhe von gut 1,15 Millionen Euro in ihrer Knöllchenkasse. Sie behält auch ihre Praxis bei, Wiederholungstäter und Fahrausweisfälscher anzuzeigen. Die Zahl dieser Fälle ist gegenüber 2012 deutlich gestiegen, nämlich von 6400 auf mehr als 7200. Dieses Verhalten des Nahverkehrsunternehmen schlägt sich regelmäßig spürbar in der Kriminalstatistik der Polizeidirektion Hannover nieder, wird aber von dieser ausdrücklich begrüßt.

Die Daten der Regiobus erklären sich dadurch, dass das Unternehmen einen weitaus geringeren Prüfaufwand durch Kontrolleure betreibt. Weil die Fahrgäste seit zehn Jahren grundsätzlich vorne einsteigen und ihre Tickets dem Fahrer vorzeigen müssen, haben die Kontrolleure lediglich gut 53 000 Busreisende zusätzlich überprüft. Mittlerweile hat die Regiobus sogar einige ihrer Fahrausweisprüfer mit anderen Aufgaben betraut. Die Üstra wiederum lehnt einen vorgeschriebenen Einstieg durch die Tür beim Fahrer in ihre Busse ab. Im dichten Stadtverkehr seien sonst die Fahrpläne nicht einzuhalten, argumentiert sie.

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