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Aus der Stadt Um Hannovers Museen entbrennt ein Kostenstreit
Hannover Aus der Stadt Um Hannovers Museen entbrennt ein Kostenstreit
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08:46 19.11.2011
Die städtischen Subventionen für Hannovers Museen – wie hier das Sprengel Museum – sollen verringert werden. Quelle: dpa (Archiv)
Hannover

Hannovers Museen geraten zunehmend in den Mittelpunkt einer Kostendebatte. Sie leiden unter geringen Besucherzahlen, und zugleich erhöht Stadtkämmerer Marc Hansmann (SPD) den Spardruck. Die städtischen Subventionen für die drei Museen – August Kestner, Historisches Museum und Sprengel Museum – sollten verringert, die Kostendeckung müsse erhöht werden, so Hansmanns grundsätzliche Forderung. Aus dem Finanzdezernat sind auch schon erste konkrete Vorschläge zu hören: Der eintrittsfreie Freitag soll gestrichen werden; um Personalkosten zu sparen, wird an eine Zusammenlegung der drei Museumsverwaltungen gedacht.

Bisher hatten freitags alle Besucher der drei städtischen Museen freien Eintritt. Doch inzwischen gebe es ja den Hannover Aktiv Pass, der Hartz-IV-Empfängern ein vergünstigtes Ticket ermöglicht, heißt es im Rathaus. Zudem wollten SPD und Grüne den Kreis der Aktiv-Pass-Berechtigten auf Geringverdiener ausdehnen. „Es gibt eigentlich keinen Grund, dass Normalverdiener nicht auch am Freitag Eintritt bezahlen“, sagt ein hoher Verwaltungsbeamter.

Tatsächlich beschert der eintrittsfreie Freitag den städtischen Museen nur eine leichte Steigerung der Besucherzahlen. Politisch wird sich die Streichung des eintrittsfreien Tages nur schwer durchsetzen lassen. „Der kostenlose Freitag lockt breite Bevölkerungsschichten in die Museen“, sagt CDU-Kulturexperte Oliver Kiaman. Finanziell, so glaubt er, wirke sich ein Umschwenken auf die üblichen Tarife kaum aus. „Überhaupt halte ich die ganze Debatte um Kostendeckungsgrade für nicht zielführend“, sagt er.

Auch Kulturdezernentin Marlis Drevermann (SPD) setzt sich gegen das Kriterium der Kostendeckung zur Wehr. Kultureinrichtungen könnten nicht allein danach bewertet werden, wie sie die Stadtkasse belasten, erklärte sie am Freitag im Kulturausschuss. In den Listen der Kämmerei über Zuschüsse und Kostenaufwand für die Kulturstätten würden mitunter „Apfel und Birne verglichen“. Inhaltliche Aspekte müssten eine stärkere Rolle spielen. Allein mit einer vergünstigten Museumscard, wie sie die rot-grüne Ratsmehrheit einführen will, ließen sich die Besucherzahlen nicht nennenswert steigern.

Veit Görner, Direktor der Kestnergesellschaft, unterstreicht die Bedeutung städtischer Museen. „Sie haben eine große Bandbreite von Themen und erfüllen somit auch einen Bildungsauftrag“, sagt Görner. Die Stadt habe die Verpflichtung, ihre Museen so zu alimentieren, dass sie diesem Auftrag nachkommen. Im Gegensatz zu den städtischen Museen wird die Kestnergesellschaft von einem gemeinnützigen Verein mit rund 4000 Mitgliedern getragen. 40 Prozent des Jahresbudgets fließen aus der Landeskasse, das macht etwa 700.000 Euro aus. „Damit können wir aber kaum unsere Personal- und Sachkosten decken“, sagt Görner. Das Gros des Etats, 1,2 bis 1,4 Millionen Euro, stemmt die Kestnergesellschaft aus eigenen Kräften, etwa über Mitgliedsbeiträge und Förderbeiträge von Firmen.

Andreas Schinkel und Juliane Kaune

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