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Aus der Stadt Schätze der Leibniz-Bibliothek sollen glänzen
Hannover Aus der Stadt Schätze der Leibniz-Bibliothek sollen glänzen
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09:58 31.07.2013
Die Leibniz-Bibliothek wird bis 2015 umgebaut. Quelle: dpa
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Hannover

Mit den grauen Betonsäulen und kahlen Wänden wirkt das Innere der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliothek derzeit alles andere als einladend. Das soll sich in den kommenden anderthalb Jahren Schritt für Schritt ändern. „Wir wollen hier eine Marktplatzatmosphäre schaffen. Die Leute sollen sich bei uns wohlfühlen und miteinander ins Gespräch kommen“, sagt Bibliotheksdirektor Georg Ruppelt. Seit April dieses Jahres wird das Gebäude an der Waterloostraße für sieben Millionen Euro von Grund auf saniert. Anfang 2015 soll die Neugestaltung abgeschlossen sein.

Die Bibliothek möchte vor allem ihrem Namensgeber mehr Platz einräumen. „Die Besucher laufen künftig quasi durch ein kleines Leibniz-Museum“, sagt Ruppelt. An vielen Stellen werde es Ausstellungsstücke aus dem Nachlass des Universalgelehrten zu sehen geben. In der ersten Etage entsteht sogar ein eigener Bereich, der sich ganz dem Mathematiker und Philosophen widmet: der sogenannte Leibniz-Kubus. Dort können Besucher hinter einer Glaswand beispielsweise dessen berühmte Rechenmaschine und einige Originalschriften bewundern.

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Ebenfalls in der ersten Etage entsteht ein Mittelalterkubus, in dem etwa alte Pergamente ausgestellt werden. „Für uns ist es eine besondere Herausforderung, dafür die richtigen klimatischen Bedingungen herzustellen“, sagt Architekt Reiner Becker. Denn für die historischen Schriften muss die Temperatur stets 18 Grad betragen und die Luftfeuchtigkeit bei 50 Prozent liegen.

Die Leibniz-Bibliothek erhält außerdem eine Cafeteria sowie Vortrags- und Seminarräume. „Schüler und Studenten können darin direkt mit den Bibliotheksbeständen arbeiten“, sagt Ruppelt. Becker und sein Team setzen bei der Gestaltung des Innenbereichs auf Offenheit. „Die Räume gehen fließend ineinander über“, sagt Becker. Die vielen Beton­elemente des Siebziger-Jahre-Baustils integrieren die Architekten in das neue Konzept. „Wir arbeiten mit dem Gebäude und nicht gegen das Gebäude“, sagt Becker. Auch von außen soll die Bibliothek künftig sofort als solche zu erkennen sein. „Immer wieder halten die Leute das Gebäude für die Feuerwache“, sagt Ruppelt. Damit es nicht mehr zu einer Verwechslung kommt, erhält das Gebäude große Glasfassaden. Durch diese können Besucher bereits von der Straße aus die Bücherregale sehen.

Tobias Morchner 07.08.2013
26.07.2013
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