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Aus der Stadt Umbau der neuen VHS wird schon wieder teurer
Hannover Aus der Stadt Umbau der neuen VHS wird schon wieder teurer
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00:16 12.06.2015
Von Conrad von Meding
Foto: Im Bau: Das VHS-Gebäude am Hohen Ufer.
Im Bau: Das VHS-Gebäude am Hohen Ufer. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Der Umbau der ehemaligen Hauptschule am Hohen Ufer zur neuen Volkshochschule (VHS) wird schon wieder teurer. In einer bis Montag nicht öffentlichen Drucksache beziffert die Stadt die Mehrkosten mit erneut 870.000 Euro. Zuvor waren sie schon einmal um 1,384 Millionen Euro gestiegen, sodass die Baukostenreserve ausgeschöpft war. Der Gesamtpreis ist von ursprünglich 9,225 Millionen auf mittlerweile 11,5 Millionen Euro geklettert. Die CDU kritisiert, die Stadt habe zuvor „fahrlässig kalkuliert“.

Tatsächlich steckt die Stadt in einem echten Dilemma. Die Volkshochschule soll in der Sommerpause vom alten, maroden Gebäude am Rathaus in den modernisierten und erweiterten Schulbau neben dem Historischen Museum umziehen. Dadurch entsteht ein Termindruck – den die Handwerkerfirmen sich offenbar teuer bezahlen lassen.

Mehrere Kalkulationen offenbar vergessen

Entstanden sind die Verzögerungen schon zu Beginn der Bauarbeiten, weil zum Abbruchauftrag ein EU-Vergabenachprüfungsverfahren eingeleitet wurde – das hat die Arbeiten um zwei Monate zurückgeworfen. Seitdem sind alle Zeitpläne auf der Baustelle durcheinander. Auch sind Arbeiten, die witterungsbedingt vor dem Winter erledigt werden mussten, nicht fertig geworden. Dann ging die Fassadenbaufirma pleite, zusätzlich waren plötzlich Verstärkungen und Brandschutzeinrichtungen im Dachboden notwendig. Obwohl das städtische Gebäude vorab genau untersucht worden sein soll, wurden gut 200.000 Euro zusätzliche Rohbaukosten wegen „neuen Erkenntnissen über den Zustand des Bestandes“ nötig. 80.000 Euro kostete ein „Fachplaner Haustechnik“, dessen Einsatznotwendigkeit „vorher nicht absehbar“ gewesen sein soll. Offenbar komplett vergessen wurden in der Kalkulation Kosten für Baustrom, Sanitärcontainer und Baustellenüberwachung.

Weil die Baukostenreserve voll ausgeschöpft ist, muss jetzt der Rat der neuerlichen Ausgabensteigerung über 870.000 Euro zustimmen. CDU-Wirtschaftspolitiker Jens-Michael Emmelmann staunt aber darüber, dass die Summe „aus nicht verbrauchten Budgetresten der Sanierung des Raschplatzpavillons“ entnommen werden soll. Das dortige Sanierungsprojekt hatte sich ebenfalls um 2,5 Millionen Euro verteuert, der Rat musste Geld nachschießen. „Wenn das Geld damals nicht vollständig verbraucht wurde, dann ist es doch jetzt kein Budgetrest, den man mal eben auf eine andere Baustelle umbuchen kann“, ärgert sich Emmelmann.

Entscheidung schon am Mittwoch

Die Ratspolitiker sollen, um den Zeitplan nicht zu gefährden, schon am Mittwoch im Finanzausschuss zustimmen. Am Dienstag will die Verwaltung die Drucksache öffentlich machen.

Erst in der vergangenen Woche hatte es Kritik an der Parkplatzsituation gegeben. Teilnehmer eines Dänischkurses monierten, dass am neuen Standort kaum Parkplätze zur Verfügung stünden. Die VHS-Leitung will ihnen nun anbieten, den Kurs in einer Außenstelle abzuhalten statt im frisch sanierten Haus am Hohen Ufer.

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