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Aus der Stadt Neuer Straßenstrich am Steintor befürchtet
Hannover Aus der Stadt Neuer Straßenstrich am Steintor befürchtet
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19:44 18.11.2014
Von Bernd Haase
Foto: Politiker befürchten, dass der Straßenstrich durch den Umbau für die D-Linie aus der Herschelstraße ans Steintor umzieht.
Politiker befürchten, dass der Straßenstrich durch den Umbau für die D-Linie aus der Herschelstraße ans Steintor umziehen könnte. Quelle: May (Archiv)
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Hannover

Der CDU-Politiker Joachim Albrecht hat die ohnehin schon facettenreiche Diskussion um die Planungen zum Ausbau der oberirdischen Stadtbahnlinie in Hannover um eine Facette erweitert. Die mit dem Projekt verbundenen Änderungen der Verkehrsführung im Steintorviertel werden, so prophezeite er in einer Sitzung des Bezirksrats Mitte, unweigerlich zu einem neuen Straßenstrich führen. Die Bezirkspolitiker befassten sich mit den Detailplanungen für den Abschnitt der sogenannten D-Linie zwischen Steintor und Glocksee, fassten aber noch keinen Beschluss.

Albrecht begründete seine Sorgen vor einem neuen Betätigungsfeld für Prostituierte und Freier damit, dass die parallel laufenden Reuter- und Scholvinstraße im Rotlichtviertel künftig zu Einbahnstraßen in zueinander gegenläufiger Richtung werden. „So entsteht zusammen mit Goethestraße und Am Marstall ein Rundkurs, der wie geschaffen ist für das Milieu“, sagte Albrecht.

Mit einer derartigen Verkehrsführung hat Hannover schlechte Erfahrungen gemacht. Sie bestand bis vor knapp zehn Jahren im Bereich Herschelstraße, wo Freier oft stundenlang im Kreis fuhren und Anwohner belästigten. Seitdem ist Straßenprostitution nur in der Mehl- und der Herschelstraße geduldet. Ein in der Bezirksratssitzung anwesender Vertreter der Polizei betonte, man würde „genau überprüfen, ob es zu Verstößen gegen Sperrbezirksverordnungen komme und sie dann auch ahnden“, sagt er.

Die Verkehrsbelastung in der Innenstadt durch den Stadtbahnbau war auch im Bezirksrat das beherrschende Thema. Daniel Seebo vom Büro SHP und Conrad Vinken von der Planungsfirma Transtec stellten entsprechende Untersuchungen vor. Ergebnis: Mit einer Ausnahme wird es für die Verkehrsteilnehmer keine größeren Behinderungen geben. Betroffen ist lediglich der Bereich Goseriede und dort Radfahrer und Fußgänger.

Die CDU meldet Zweifel an. Die vielen Ampelanlagen würden zu Chaos am Goetheplatzkreisel und am Steintorplatz die Geduld der Verkehrsteilnehmer strapazieren. Die Grünen lobten die Planungen als „umsichtig und zeitgemäß“, hatten aber trotzdem 13 Änderungswünsche. Die meisten davon haben Verbesserungen für den Radverkehr im Sinn. Unter anderem wollen die Grünen die Rampe vom Steintorplatz über die Münzstraße Richtung Lange Laube umgestalten lassen.

Bei der beim Stadtbahnbau federführenden Infra rechnet damit, dass der Bau im nächsten Jahr beginnen kann. Im Verfahren für die ersten beiden Abschnitte zwischen Raschplatz und Steintor sind nach Angaben von Geschäftsführer Stefan Harcke ein Dutzend Einwendungen eingegangen, darunter nur zwei von direkten Anliegern. „Sie beziehen sich zu 80 Prozent auf den Bau eines neuen Tunnels oder die Scheelhaase-Lösung, bei der Bahnen in vorhandenen Tunnels fahren würden“, sagt Harcke. Beide Themen haben sich zwar mit dem längst getroffenen Grundsatzbeschluss zur D-Linie bis auf Weiteres erledigt, aber die Infra will allen Einwändern noch einmal dezidiert aufschreiben, welche verkehrsplanerischen und wirtschaftlichen Erwägungen zur jetzt vorangetriebenen Lösung geführt haben.

Kosten für Anlieger: Der mit dem Stadtbahnbau verbundene Umbau im Straßenraum wird auch für die Anlieger kostenspielig, die sich nach der Straßenausbaubeitragssatzung beteiligen müssen. Im Abschnitt zwischen Raschplatz und Goseriede sind das nach bisherigen Berechnungen gut eine Million Euro, im Abschnitt zwischen Goseriede und Glocksee sogar 2,4 Millionen Euro. „Die Gesamtsumme wird in dieser Größenordnung liegen. Wir haben allerdings noch nicht ermittelt, welche Anlieger in welcher Höhe betroffen sind“, teilt ein Stadtsprecher mit.     

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