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Aus der Stadt Umbauarbeiten im Kuppelsaal beginnen
Hannover Aus der Stadt Umbauarbeiten im Kuppelsaal beginnen
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00:28 18.07.2015
Von Jutta Rinas
Foto: Der Kuppelsaal während der Umbauarbeiten.
Der Kuppelsaal während der Umbauarbeiten. Quelle: Dröse
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Hannover

Er ähnelt einem Ufo, so fremdartig ragt er an diesem Tag in den hannoverschen Kuppelsaal hinein. Dabei war der Akustikplafond – immerhin 8000 Kilogramm schwer – jahrzehntelang das Herz des größten Konzertsaals der Stadt. Seit 1962, seit der Erneuerung des Kuppelsaals durch Ernst Zinsser, war er über der Bühne angebracht. Er prägte nicht nur die Akustik, sondern auch die Optik des Raumes maßgeblich, wenn Klassikstars wie der Pianist Lang Lang oder weltberühmte Orchester wie die Academy of St. Martin in the Fields auftraten. Die gesamte Elektrotechnik, Kabel, Leuchtmittel, Lautsprecher und Installationsröhren – insgesamt 800 Kilogramm schwer – war hier verborgen.

Am Mittwoch nun wurde er abgehängt. Ein „historischer Augenblick“, wie Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette sagte. Denn das sei zugleich der Moment, in dem man damit starte, den Kuppelsaal fit für die Zukunft zu machen. Für eine Zukunft, die einer Unesco City of Music würdig sei. Dass die Vergangenheit schon ganz schön in die Jahre gekommen ist, konnte man bei der Baubesichtigung deutlich sehen. Unansehnlich, braun, und an der Oberfläche merkwürdig aufgeraut wirkte das Plafond von innen.

Der Kuppelsaal im Hannover Congress Centrum (HCC) wird renoviert und bekommt eine bessere Akustik. Eine Besichtigung der Baustelle.

Wenn die Renovierungen Anfang 2016 abgeschlossen sind, wird anstelle der „Kartoffel“, wie das Plafond im HCC liebevoll genannt wird, eine moderne Akustikdecke über der Bühne hängen. Über zehn wesentlich leichtere Einzelsegel verfügt sie, die alle individuell steuerbar sind. Damit könne man sich den akustischen Notwendigkeiten viel besser anpassen und werde den Kuppelsaal wieder in einen modernen „Top-Konzertsaal“ verwandeln, sagte HCC-Chef Joachim König.

Vier Tage ist es her, seit der 7 Millionen Euro teure Umbau des Konzertsaales, mit 3600 Sitzen der größte in Deutschland, begonnen hat. Schon jetzt steht kein Stein mehr auf dem anderen. Vor den Türen im ersten Rang stapeln sich fein säuberlich zerlegte Einzelteile der Bestuhlung aus dem zweiten Rang in Plastiksäcken. 2000 Sitzplätze von dort sind bereits abgebaut. Und weil es sich – so König – bei dieser Bestuhlung um ein Unikat handelt (die Stühle wurden in einen sich rundenden Zuschauerraum eingepasst), musste man jeden Stuhl, jedes einzelne Sessel- und Lehnenpolster registrieren, um es später runderneuert wieder an derselben Stelle einbauen zu können. 8000 Befestigungsschrauben und 16 000 Schraubenmuttern wurden dafür entfernt.

415 Stufenbeleuchtungen, 62 Fluchtweg- und Sicherheitsbeleuchtungen – die Liste all der Gegenstände, die am Ende wieder ihren Platz im Kuppelsaal finden müssen, ist lang. „Wenn alles saniert ist, muss dieses riesige Puzzle Stück für Stück wieder zusammengesetzt werden“, sagte König.

Das gilt auch für die Kronleuchter, die das Aussehen des Saals über Jahrzehnte prägten. Sie werden künftig mit LED-Technik leuchten. 1120 Glühbirnen und 11 000 Kristalle müssen dafür einzeln demontiert werden. Zehn Tage dauert das pro Kronleuchter, schätzt König. Schönheit hat eben auch im Konzertsaal ihren Preis.

Simon Benne 15.07.2015