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Aus der Stadt Hauptsache synchron
Hannover Aus der Stadt Hauptsache synchron
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19:38 25.05.2015
Von Saskia Döhner
Das Team von PriceWaterhouseCooper macht sich für das Rennen startbereit. Quelle: Döhner
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Hannover

Seit mehr als 20 Jahren paddelt Oliver Buckendahl nun schon mit. Dieses Jahr sitzt er mit Freunden des spanischen Restaurants Rias Baixas in einem Boot. „Es geht um Spaß“, sagt er. Und steigt schnell ins Boot mit den anderen 19 Paddlern in den dunkelblauen T-Shirts. Pfingsten ist Drachenbootfestival am Maschsee. Das hat Tradition. Was 1985 mit zwölf Mannschaften startete, ist längst ein Selbstläufer. Mittlerweile nehmen mehr als 140 Teams an der Regatta teil, in den Booten sitzen rund 3500 Paddler.

Zwei Drittel sind keine Leistungssportler und starten in den sogenannten Fun-Kategorien. Das ist auch beim Team um Marie Döring von PriceWaterhouseCooper (PWC) so. „Der Spaß ist das Wichtigste“, sagt sie. Und ihr Banknachbar fügt hinzu: „Umkippen wollen wir auch nicht.“

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Am Sonnabend sind auf dem Maschsee die Drachenboote auf der Sprintdistanz unterwegs gewesen.

Wegen des wechselhaften  Wetters kommen nach Angaben der Organisatoren nicht wie sonst 100 000, sondern nur rund 35 000 Zuschauer Jahr diesmal an den drei Tagen der Regatta zum Anfeuern. Viele Teilnehmer übernachten in den umliegenden Hotels oder in Zelten, wobei am Sonnabend zum Leidwesen der Veranstalter wegen des bristanten Heimspiels von Hannover 96 die Wiesen größtenteils gesperrt sind. An den ersten beiden Tagen laufen die kurzen Rennen über 250 und 500 Meter, am Montag gehen 14 Boote in 2000- und 4000-Meter-Rennen an den Start.

Nicht mal anderthalb Minuten brauchen die schnellsten Teams für die 250 Meter. Zahlreiche Betriebe sind mit Mannschaften vertreten – etwa Wabco, Rossmann, Tui, Talanx und Continental. Viele tragen einheitliche T-Shirts, manche haben sich bunt kostümiert. Sie tragen fantasievolle Namen wie „Pferdeturmdrachen“, „Das gallische Dorf“ oder „Killerenten“. Manche Sportler kommen von weit her – aus der Schweiz, Schweden oder sogar Neuseeland. Einen lautstarken Schlachtruf, einen Steuermann und einen Trommler, der den Takt angibt, hat jede Gruppe. Kein Wunder, denn wer nicht im Gleichklang ist, gerät ins Stocken und kommt nicht in die nächste Runde.

Für Andreas Werner von Thyssen Krupp Engineering Systems aus Langenhagen ist denn auch der Teamgeist das Entscheidende am Drachenbootrennen. Synchron zu sein ist wichtiger als die Fitness des Einzelnen.
Nur zwei offizielle Trainings hatten die meisten Spaßteams vor ihrem großen Rennen. Ansehen tut man es ihnen nicht: Schnell und gerade ziehen sie ihre Bahnen. Aus dem Takt gerät kaum einer, auch bei der Langstrecke am Montag nicht.

In fünf Minuten waren in diesem Jahr die Startplätze für die Fun-Teams vergeben. Die Warteliste sei immer lang, sagt Inga Gräber vom Hannoverschen Kanu Club, der die Regatta ausrichtet. Das Festival am Maschsee ist für viele Paddler in ganz Deutschland der Auftakt der Freiluftsaison und längst ein Muss im Terminkalender.

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