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Aus der Stadt SPD will Klinikumskonzept ändern
Hannover Aus der Stadt SPD will Klinikumskonzept ändern
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06:26 17.11.2014
Foto: Klinikum Großburgwedel: Bei einer Klausurtagung beschloss die SPD Fraktion, die Geburtsklinik nicht im kommenden Jahr zu schließen.
Klinikum Großburgwedel: Bei einer Klausurtagung beschloss die SPD Fraktion, die Geburtsklinik nicht im kommenden Jahr zu schließen. Quelle: Archivbild
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Bei einer Klausurtagung am Wochenende in Bad Salzdetfurth beschloss die Fraktion unter anderem, die Geburtsklinik in Großburgwedel nicht im kommenden Jahr zu schließen, wie es das Konzept eigentlich vorsieht. Auch für Springe gibt es Wünsche.

Für den im Nordosten geplanten Krankenhausneubau soll nach Wunsch der SPD geprüft werden, ob es dort doch eine Geburtshilfeabteilung sowie eine Gynäkologie geben kann. Des Weiteren verlangen die SPD-Politiker für Springe ein tragfähiges Konzept für eine hochwertige Notaufnahme, bevor über die Schließung des dortigen Krankenhauses und die Umwandlung zu einer Praxisklinik gesprochen werden soll.

Für ihre Wünsche will die SPD weitere rote Zahlen in Kauf nehmen. „Für die öffentliche Daseinsfürsorge müssen letztlich wir die Verantwortung tragen“, sagt SPD-Fraktionsmitglied Andreas Strauch. Denkverbote dürfe es nicht geben. Gespräche mit dem grünen Koalitionspartner stünden allerdings noch aus. Bei den Grünen gibt es erhebliche Widerstände gegen die Pläne der SPD.  

Bisher lehnen auch die Arbeitnehmer im Aufsichtsrat das Konzept ab. Sie verlangen eine Absicherung der Mitarbeiter, sollte es zu Kündigungen kommen. ver.di hat außerdem vorgeschlagen, die Verjüngung der Belegschaft voranzutreiben. Die Gewerkschaft will unter anderem erreichen, dass ältere Mitarbeiter gute Angebote erhalten, um vorzeitig in den Ruhestand gehen zu können. Das von der Geschäftsführung erarbeitete Medizinkonzept war dem Aufsichtsrat vor einigen Wochen vorgestellt worden. Seitdem gibt es Proteste von Patienten und Mitarbeitern. In Springe waren in der vergangenen Woche etwa 1500 Menschen auf die Straße gegangen, um für den Erhalt des Krankenhauses in ihrer Stadt zu demonstrieren.

Eigentlich sollte das Medizinkonzept schon bei der Aufsichtsratssitzung des Klinikums in der vergangenen Woche verabschiedet werden. Jetzt ist eine Abstimmung für den 28. November geplant. Aufsichtsratschef Hauke Jagau (SPD) hält bisher an einer Verabschiedung des Papiers noch in diesem Jahr durch die Regionsversammlung fest. Diese tagt am 16. Dezember.

Von Martin Lauber und Mathias Klein

Tobias Morchner 19.11.2014
Mathias Klein 19.11.2014