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Aus der Stadt Umtausch-Ansturm in der City bleibt aus
Hannover Aus der Stadt Umtausch-Ansturm in der City bleibt aus
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00:16 30.12.2016
Von Andreas Schinkel
Früher war mehr ... Tauschrausch: In der City ging es am Dienstag ruhig zu. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Nach den Weihnachtsfeiertagen beginnt für gewöhnlich der große Umtausch von unpassenden Geschenken, doch der Ansturm auf Hannovers City-Geschäfte ist am Dienstag ausgeblieben. Zwar sei die Innenstadt „gut gefüllt“ gewesen, wie Martin Prenzler, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft, berichtet, doch viele Menschen hätten zunächst Lebensmittelmärkte aufgesucht, um ihre Kühlschränke aufzufüllen. „Insgesamt geht das Umtauschgeschäft zurück“, sagt Prenzler.

"Die Leute schenken bewusster"

Mehr als die Hälfte der Weihnachtsgeschenke seien Gutscheine und Geld. Die City-Kaufleute versuchen nun zwischen Weihnachten und Neujahr, Kunden mit Rabatten in die Geschäfte zu locken. „Die Leute schenken bewusster und zielgerichteter, dadurch wird die Wahrscheinlichkeit eines Umtausches geringer“, sagt Felix Meiners, Geschäftsführer des hannoverschen Bekleidungsgeschäfts I.G. von der Linde. Auch er stellt fest, dass sich der Kundenansturm bisher in Grenzen hält. „Immerhin werden viele Gutscheine eingelöst“, sagt Meiners.

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In den kommenden Tagen lockt I.G. von der Linde mit Rabatten zum Räumungsverkauf. Die vierte Etage wird im Januar umgebaut. Den Rückgang beim Umtausch bestätigt der Handelsverband Deutschland (HDE). Zwar gelten die Tage nach Weihnachten als Umtauschzeit, doch der überwiegende Teil der Händler erwarte, dass nur fünf Prozent der Waren umgetauscht werden. Auf dem Platz der Weltausstellung in Hannovers Innenstadt haben Aktivisten von Greenpeace derweil einen Stand aufgebaut, um die City-Besucher zum spontanen Warentausch zu ermuntern – mit mäßigem Erfolg. „Wir dachten, dass viele Leute auf uns zukommen“, sagt Marva Pirweyssian. Die Idee der Aktivisten: Einkaufsbummler, die Geschenke umtauschen wollen, müssen kein Geschäft aufsuchen, sondern können am Greenpeace-Stand mit anderen Tauschwilligen handelseinig werden. „Das geht nur mit kleineren Waren, etwa Büchern und CDs“, sagt Pirweyssian.

Johanna Behr (rechts) und Alexander Albe sind in die City gekommen, um einen Bademantel umzutauschen. Quelle: Schaarschmidt

Die Aktion habe einen konsumkritischen Ansatz und werde vielleicht wiederholt. Doch es gibt noch Hannoveraner, die den ersten Werktag nach Weihnachten für den Umtausch nutzen. „Ich habe sofort an seinem Gesicht erkannt, dass ihm der Bademantel nicht gefällt“, sagt Johanna Behr, während sie an der Umtauschkasse bei I.G. von der Linde steht – mit dem flauschigen, dunkelgrauen Geschenk über dem Arm. Hinter ihr wartet Alexander Albe, ein wenig schuldbewusst. „Eigentlich ist es ein wunderschöner Bademantel von hervorragender Qualität“, sagt er. Leider habe er es nicht so mit Bademänteln. Seine Frau lächelt. „Ich bin auf die Geschenkidee gekommen, weil er immer meinen eigenen Bademantel benutzt“, sagt sie. Behr lässt sich die Summe auszahlen. Ihr Mann will das Geld in Kopfhörern anlegen. Zuvor müssen die beiden noch die Unterwäsche-Abteilung aufsuchen – ein weiterer Umtausch. „Die Wäsche war sehr schön, hat aber leider nicht gepasst“, sagt Behr.

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