Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Umweltzone bleibt in Hannover bestehen
Hannover Aus der Stadt Umweltzone bleibt in Hannover bestehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:48 25.01.2011
Die Umweltzone in Hannover wird nicht verändert. Quelle: Christian Burkert

Die Umweltzone in Hannover bleibt vorerst in ihren bisherigen Grenzen bestehen. Sobald aber die Stickstoffbelastung der Luft unterhalb des von der EU verordneten Grenzwertes liegt, soll die Plakettenregelung abgeschafft werden. Darauf haben sich Stadt und Land nach mehrmonatigen Beratungen geeinigt. An einigen Hauptverkehrsstraßen sollen künftig Stationen eingerichtet werden, die die Luftwerte messen. Sowohl Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) als auch Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) machten gestern keinen Hehl daraus, dass sie sich der Umweltzone lieber heute als morgen entledigen wollen. „Wenn es so weit ist, werde ich der Erste sein, der die Abschaffung der Umweltzone mit Freude vorschlagen wird“, sagte Weil. Er und Sander gehen davon aus, dass in vier bis fünf Jahren die Plakettenregelung obsolet wird.

Grundlage des Kompromisses ist der Abschlussbericht einer Expertenkommission, in dem die Wirksamkeit der Umweltzone noch einmal unter die Lupe genommen wurde. Darin heißt es, dass der Plakettenzwang zur Minderung der Stickstoffdioxidbelastung beiträgt, wenn auch in geringerem Umfang als erwartet. Eine wesentlich höheren Beitrag zur Luftreinheit leiste die Verstetigung des Verkehrs, also die Einführung einer „Grünen Welle“ . Die Neuprogrammierung von Ampeln, so sind sich Stadt und Land einig, wolle man jetzt zügig vorantreiben und dabei auf ausgewählten Strecken nicht mehr auf die Vorfahrt für Busse und Stadtbahnen Rücksicht nehmen. Auch soll noch stärker als bisher auf die Einhaltung des Tempolimits von 50 Stundenkilometern geachtet werden, da zum einen die Grüne Welle auf diese Geschwindigkeit abgestimmt wird, zum anderen ein erhöhtes Tempo den Schadstoffausstoß steigert, wie der Bericht nachweist. Die Grünen im Rat der Stadt signalisierten jetzt schon Widerstand. „Anders als die Arbeitsgruppe halten wir uneingeschränkt am Vorrang für den öffentlichen Nahverkehr fest“, sagte Michael Dette, umweltpolitischer Sprecher der Grünen-Ratsfraktion.

Trotz der demonstrativen Einigkeit zwischen Weil und Sander gingen die Meinungen in einem Punkt auseinander. „Eine Verkleinerung der Umweltzone muss noch ausgelotet werden“, sagte der Umweltminister. Er hatte vorgeschlagen, touristisch attraktive Orte wie den Zoo, das Stadion und die Eilenriede von der Plakettenregelung zu befreien, da die Luftverschmutzung dort ohnehin gering sei. Weil hält von dieser Idee wenig. „Die Umweltzone hat den Zoo nicht daran gehindert, viele Besucher anzuziehen“, sagte er. Zwar gebe es Straßen mit geringer Schadstoffbelastung, doch seien diese über das Stadtgebiet verteilt. „Wir müssten viele Hinweisschilder auf die Umweltzone umsetzen und der Autofahrer wüsste am Ende nicht mehr, ob er sich noch innerhalb der Zone befände oder nicht“, erklärte Weil. Stadt und Land hoffen jetzt, dass die EU-Kommission eine Fristverlängerung bis 2015 gewährt, um Hannover Zeit zu geben, den Grenzwert doch noch einhalten zu können, ansonsten droht ein hohes Bußgeld.

Dieser Artikel wurde erneut aktualisiert.

Ein vertraulicher Entwurf des Mietspiegels liegt der Stadtverwaltung vor - dieser benennt ungewohnt hohe Kaltmieten von 7,99 Euro pro Quadratmeter und Monat - als Standardmiete gelten bisher rund 5,50 Euro in Hannover. Für viele Bürger könnte das Wohnen deutlich teurer werden.

Conrad von Meding 25.01.2011

Der Streit um die kommerzielle Altkleidersammlung in Hannover schwelt weiter. Zwei Unternehmen, die den Auftrag zum Jahreswechsel nach zehn Jahren verloren hatten, wollen ihre Containerplätze nicht räumen. Sie stellen bisher mit 380 von 500 zugelassenen Behältern das Gros in der Stadt.

Bernd Haase 24.01.2011

Sieben Monate nach den Steinwürfen auf eine jüdische Tanzgruppe im Sahlkamp muss sich ein 15-Jähriger am Dienstag wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten. Die Verhandlung vor einem Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Hannover findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Sonja Fröhlich 24.01.2011