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Aus der Stadt Umzug zur Expo könnte 20 Millionen kosten
Hannover Aus der Stadt Umzug zur Expo könnte 20 Millionen kosten
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21:11 22.09.2009
Von Bernd Haase
Der Breitensport soll in der Eilenriede bleiben.
Der Breitensport soll in der Eilenriede bleiben. Quelle: Michael Thomas
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Für den Bau würden Kosten von bis zu 20 Millionen Euro fällig, die der Verein tragen müsste. Damit würden die höherklassigen Nachwuchsmannschaften und die Regionalligamannschaft das sanierungsreife, aber denkmalgeschützte Eilenriedestadion verlassen.

Im Sommer hat 96 die Perspektiven des 1921 erbauten Stadions im Zooviertel samt Nebenanlagen prüfen lassen, das man von der Stadt für mehr als neun Jahrzehnte in Erbpacht übernommen hat. Für sechs Millionen Euro wollte man drei weitere Trainingsplätze sowie einen Kunstrasenplatz anlegen. Auch eine Sporthalle und der Ausbau der Klubgaststätte zum Vereinsheim waren vorgesehen. Der Verein müsste das allein stemmen – Zuschüsse von der Stadt gibt es nicht.

Kind sagt, dass man mittlerweile den Umzug favorisieren würde: „Die Sanierung des Eilenriedestadions ist noch nicht endgültig vom Tisch, aber wir sehen dort keine vielversprechende Entwicklungsperspektive mehr.“ Als Gründe nennt er neben dem Denkmalschutz vor allem öffentliche Wege, die durch das Gelände führen, sowie geschützte Baumbestände. Breitensportmannschaften, auch die der Fußballsparte, könnten zwar dort bleiben, aber für die anderen Teams sei das Expo-Gelände der geeignetere Standort. Weitere Alternativen, wie das Rudolf-Kalweit-Stadion von Arminia Hannover am Bischofsholer Damm oder die Anlage der Sportfreunde Ricklingen, würden nicht mehr geprüft.

Einen Zeitpunkt für den Umzug nannte Kind nicht. Das dürfte mit den Finanzierungsmöglichkeiten zusammenhängen. 96 müsste für seine Regionalligamannschaft den Auflagen des Deutschen Fußball-Bundes gemäß ein Stadion für 5000 Zuschauer bauen. Dazu kämen mindestens Trainingsplätze und ein Kabinen- und Sanitärtrakt. Vergleichbare Anlagen bei den Bundesligavereinen in Dortmund und Mönchengladbach haben 20 Millionen Euro gekostet. Kind nannte diese Summe als Höchstbetrag für einen Bau auf dem Expo-Gelände.

Im Rathaus hat Hannover 96 wegen der möglichen Investition auf dem Expo-Gelände bereits vorgefühlt. Vonseiten der Verwaltung würde man dem Verein keine Steine in den Weg legen, hieß es gestern aus dem Wirtschaftsdezernat. Bedenken wie bei anderen Bauvorhaben im Einzelhandelsbereich bestünden nicht – und über genügend freie Fläche verfüge man dort schließlich auch.

Tobias Morchner 22.09.2009
22.09.2009