Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Und die CeBit lohnt sich doch
Hannover Aus der Stadt Und die CeBit lohnt sich doch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 17.03.2015
Foto: Besucher der CeBIT 2015 schauen sich ein Display auf dem Messestand von IBM an.
Besucher der CeBIT 2015 schauen sich ein Display auf dem Messestand von IBM an. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Sein Gehirn heißt Watson und ist ein Cloudcomputing-System. Der quietschgrüne Dino in der Größe einer Barbiepuppe ist ein sogenanntes Cognitoy und soll ab Ende 2015 Kindern die Welt erklären. Wie das geht, erklärt Martina Koederitz am Messestand von IBM auf der Cebit, der weltweit wichtigsten IT- und Computermesse. IBM hat das kognitive Datenverarbeitungssystem Watson eigentlich erschaffen, um etwa in der Medizin die Millionen von Daten, die jeder Patient erzeugt, zu bündeln, auszuwerten und zu bewerten. Denn Watson sammelt Daten nicht nur, sondern gibt auch Handlungsempfehlungen aufgrund von Wahrscheinlichkeitsrechnung. Demnächst könnte also nicht mehr der Arzt eine Diagnose stellen, sondern das Computersystem sagt dem Patienten, woran er mit hoher Wahrscheinlichkeit leidet. Und der Arzt bekommt Vorschläge zur individuellen Behandlung gleich mitgeliefert.

Zum zweiten Mal startet die CeBit in Hannover als reine Business-Veranstaltung. Wir haben vorab einen Blick auf die Highlights geworfen. Fazit: Die CeBit lohnt sich doch.

Da Watson aber nicht nur gespeicherte Daten bewertet, sondern eine Lernfähigkeit besitzt, taugt seine Anwendung auch für andere Bereiche. Zum Beispiel für Lernspiele. So entstand bei einem New Yorker Startup-Unternehmen und IBM die Idee zum Spieldino. Seine jungen Besitzer sollen ihn mit Fragen löchern können und aufgrund von Daten aus der Cloud und dem Netz Antworten bekommen. Doch der Dino merkt, wenn sein menschlicher Freund mal nicht aufgepasst hat und dieselbe Frage nochmal stellt. "So können Kinder ganz individuell lernen und den Dino auch mit eigenem Wissen füttern", sagt IBM-Vorstandsmitglied Koederitz.

Alles im Zeichen der App

Auch die neuste Entwicklung von Vodafone beschäftigt sich mit alltäglich relevanten Fragen: Wie weit reicht der Tank meines Autos noch und wo auf dem riesigen Supermarktparkplatz habe ich den Wagen vorhin abgestellt? Eine App erfasst die Fahrzeugdaten in Realzeit und bündelt sie nutzerfreundlich auf einer übersichtlichen Oberfläche. Das Auto lässt sich per GPS tracken und lotst den Besitzer sogar zu seinem Standort. Ist der Parkplatz sehr unübersichtlich, lässt sich mit dem Smartphone sogar die Hupe auslösen. Und im Reiter "Tank" lässt sich berechnen, ob man es noch bis nach Hause schafft, oder auf dem Weg besser eine Tankstelle ansteuert. Einziges Manko der Entwicklung: Bislang ist die App nur für Porsche verfügbar.

Wissenschaft und Kunst gehören auch auf der Cebit zusammen. In der Halle von Code_n, dem Bereich für prämierte Startup-Unternehmen, haben die Industriedesigner Clemens Weisshaar und Reed Kram eine Kunstinstallation besonderer Art geschaffen: Drei Industrieroboter fertigen in Akkordarbeit aus Schaumstoffklötzen Hocker – und jedes ist ein Unikat. Denn per App kann jeder Nutzer, ob Cebitbesucher oder nicht, von jedem Ort auf der Welt aus einen selbst gestalteten Hocker – oder Beistelltisch – in Auftrag geben. Die Roboter schneiden den Schaumstoffklotz je nach den Daten, die sie von der App übermittelt bekommen, zurecht. Das fertige Stück wird anschließend verpackt und an den Auftraggeber geschickt. Wer mitmachen will, kann den Robochops unter www.robochop.com/chop seinen Entwurf übermitteln, muss aber schnell sein, denn die Roboter werden nur 2000 Möbel fertigen.

Aus der Stadt Warmes Mittagessen für Bedürftige - Ökumenische Essensausgabe feiert Abschluss
Veronika Thomas 17.03.2015
16.03.2015