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Aus der Stadt Und plötzlich ist der Keks wieder weg
Hannover Aus der Stadt Und plötzlich ist der Keks wieder weg
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20:34 24.06.2016
Von Frerk Schenker
Hier fehlt doch was? Richtig, der goldene Keks.
Hier fehlt doch was? Richtig, der goldene Keks. Quelle: von Ditfurth
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Hannover

Dort, wo sonst das Wahrzeichen des Gebäckherstellers hängt, herrscht derzeit nur gähnende Leere: Am Bahlsen-Sitz an der Podbi fehlt der vergoldete Keks. Da wird doch wohl nicht jemand das gute Stück gestohlen haben? Das die Sorge nicht unbegründete ist, zeigt einer der wohl kuriosesten Kriminalfälle Hannovers.

Der "Keks" am Bahlsengebäude an der Podbielskistraße in der List ist im Rahmen einer Gebäudesanierung abgenommen worden.

Anfang 2013 hatten Unbekannte den Keks gestohlen. Wenig später meldete sich ein Krümelmonster in einem Erpresserbrief bei Bahlsen und forderte eine Zahlung von 1000 Euro an das Tierheim in Langenhagen. „Das ist Ernst. Sonst kommt der zu Oskar in die Tonne“, drohte der Verfasser der Botschaft. Das Unternehmen kündigte als Friedensangebot an, 52.000 Kekspackungen an soziale Einrichtungen zu spenden. Daraufhin tauchte das Firmenwahrzeichen am Hals des Pferdedenkmals vor der Uni Hannover wieder auf. Die Entführer wurden nie ermittelt.

Also ein erneuter "Krümelgate" bei Bahlsen? Dort gab man sich am Freitag ziemlich unaufgeregt. Und das hatte seinen Grund: Der Keks ist zwar weg, aber noch immer da. "Er wurde wegen der Dachsanierung abmontiert", sagte Unternehmenssprecherin Janina von Jhering -  und zwar von einem Gerüstbauer. Der Keks sei anschließend sicher verwahrt worden, damit Hannover nicht noch einmal mit einem gestohlenen Keks in der internationalen Presse landet. 

Drei Monate lang wird das Gebäude saniert. Danach wird der Keks wieder an seinen angestammte Platz zurückgehängt.

„Krümelgate“ – vom ersten Erpresserbrief bis zur Keksrückgabe

Das "Krümelmonster" stahl im Januar 2013 den Keks vom Bahlsen-Stammhaus. Die ganze Affäre zum Nachlesen.
Uwe Janssen 27.06.2016
24.06.2016