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Aus der Stadt Staatsanwalt ermittelt gegen Unfallfahrer
Hannover Aus der Stadt Staatsanwalt ermittelt gegen Unfallfahrer
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00:16 06.05.2016
Von Jörn Kießler
Der Unfall ereignete sich am Sonntagmorgen bei Hiddestorf.
Der Unfall ereignete sich am Sonntagmorgen bei Hiddestorf. Quelle: Uwe Dillenberg
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Hannover

Der 21-Jährige war am Sonntagmorgen mit seinem Opel Astra von der geraden Straße zwischen Pattensen und Hiddestorf abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Bei dem Zusammenprall starben eine 18-jährige Frau sowie zwei 18 und 19 Jahre alte Männer, einer von ihnen 96-Nachwuchsprofi Niklas Feierabend, die auf der Rückbank des Wagens saßen. Der 18 Jahre alte Beifahrer erlitt leichte Verletzungen. Der 21 Jahre alte Fahrer wurde bei dem Unfall so schwer verletzt, dass er noch nicht von den Ermittlern vernommen werden konnte. „Wir ermitteln gegen ihn wegen fahrlässiger Tötung und Gefährdung des Straßenverkehrs“, sagte Oberstaatsanwalt Klinge auf Anfrage der HAZ.

Bei einem schweren Autounfall nahe Pattensen waren am 1. Mai 2016 drei Menschen ums Leben gekommen.

Das Strafmaß für beide Vergehen bewegt sich zwischen einer Geldstrafe und bis zu fünf Jahren Haft. Welche Strafe das Gericht bei einem Schuldspruch verhängt, ist stark von der Auffassung des Richters abhängig. Ist dieser der Meinung, dass der 21-Jährige schon durch den Tod seiner Freunde, den er verschuldet hat, gestraft genug ist, tendiert er sicher zu einer milderen Strafe. Andererseits könnte das Gericht die Verhandlung auch dazu nutzen, andere junge Autofahrer durch eine lange Haftstrafe abzuschrecken.

Das Rathaus Hemmingen ist zu einem Trauerort für die tödlich verunglückten Jugendlichen geworden. 

Ebenfalls großen Einfluss auf das Urteil wird das Ergebnis der Blutuntersuchung des Fahrers haben, der bei dem Unfall allem Anschein nach unter Alkoholeinfluss stand. Ein Schnelltest, der am Sonntag im Krankenhaus durchgeführt wurde, ergab sogar eine konkrete Zahl, die seitdem durch die Medien geistert. „Diese Tests sind jedoch nicht verlässlich genug und daher auch nicht juristisch verwertbar“, sagte ein Polizeisprecher. Daher wurde eine zweite Blutprobe in die Rechtsmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover gebracht, deren Untersuchungsergebnis jedoch weiterhin Ausstand.

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