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Aus der Stadt Uni Hannover will für 200 Millionen bauen
Hannover Aus der Stadt Uni Hannover will für 200 Millionen bauen
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10:45 08.01.2011
Für seine „exzellente Lehre“ wurde der Historiker Mark Feuerle (rechts) ausgezeichnet – und Uni-Präsident Erich Barke warb um Unterstützung für mehrere Projekte. Quelle: Nancy Heusel
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Eine Premiere gab es am Freitag beim Neujahrsempfang der Leibniz-Uni: Weil der zentrale Lichthof im Welfenschloss saniert wird, begrüßte Uni-Präsident Erich Barke seine Gäste erstmals in der Hauptmensa am Schneiderberg. Aus gegebenem Anlass machte er das Thema Bauen zu einem Schwerpunkt seiner Rede und präsentierte eine beeindruckende Summe: Für rund 200 Millionen Euro möchte die Uni allein und mit Partnern in den nächsten drei bis vier Jahren Bauprojekte verwirklichen oder zumindest anschieben. Die Finanzierung aller Vorhaben ist noch nicht gesichert – darum warb Barke beim Land am Freitag nochmals offensiv um Unterstützung.

Ein Projekt, das weit oben auf seiner Liste steht, ist der Umbau des Gebäudes, in dem sich die rund 800 Gäste trafen. Die vor 30 Jahren eröffnete Mensa ist aus heutiger Sicht völlig überdimensioniert. Uni und Studentenwerk haben darum beim Wissenschaftsministerium 23 Millionen Euro teure Baupläne eingereicht. Ziel ist es, den Platz für die Kantine zu halbieren und im zweiten Gebäudeteil Seminarräume einzurichten. „Eine Entscheidung des Landes zu dieser mit hoher Priorität angemeldeten Umbaumaßnahme wäre äußerst wünschenswert“, sagte Barke. Das gilt auch für ein von ihm seit Langem vorangetriebenes Projekt: Die bis zu 70 Millionen Euro teure Erweiterung des Produktionstechnischen Zentrums (PZH) in Garbsen. Dort sollen die noch in der Nordstadt verbliebenen Maschinenbauinstitute untergebracht werden; am Stammsitz braucht die Uni Platz für andere Fakultäten. Dieses Jahr fällt die Entscheidung, ob der Bau mit einem Privatinvestor verwirklicht werden soll – im Einvernehmen mit dem Land. Die Uni hofft, dass die Bauarbeiten 2013 starten können.

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Ein Jahr früher steht der erste Spatenstich für zwei vom Wissenschaftsrat bereits genehmigte Forschungsbauten an: Auf dem Uni-Campus entsteht ein 20 Millionen Euro teures Zentrum für Biomolekulare Wirkstoffforschung; unter Federführung der Medizinischen Hochschule (MHH) wird im Medical Park das 54 Millionen Euro teure Niedersächsische Zentrum für Biomedizintechnik errichtet, an dem auch Forscher von Uni und Tierärztlicher Hochschule (TiHo) arbeiten werden. Beide Gebäude gelten als beispielhafte Zentren für eine fächerübergreifende Forschung und Entwicklung innovativer Medizinimplantate und neuartiger Wirkstoffe. Auf einen ähnlichen Erfolg beim Wissenschaftsrat hofft Barke im Laufe dieses Jahres für einen Neubau für die Quantenphysiker, der mit 29 Millionen Euro veranschlagt ist.

Forschung: Barke, der vom Uni-Senat für eine zweite Amtszeit nominiert wurde, nannte als zentrale „Allianzen“ für die Zukunft die erfolgreiche Zusammenarbeit mit MHH, TiHo und Laser-Zentrum in der Medizinforschung. Er lobte auch die Spitzenleistungen der Produktionstechniker und Quantenoptiker, die mit ihren Forschungserfolgen im bundesweiten Vergleich auf Platz 1 stünden.

Lehre: Die Uni werde auch künftig ein breites Fächerspektrum anbieten, versicherte Barke. Schließungen von Studiengängen seien nicht geplant; auch die Nachfrage der Studenten bestimme über das Angebot. Zur Sicherung der Lehrqualität plant die Uni eine interne Akkreditierung. Der mit 5000 Euro dotierte Preis für exzellente Lehre ging dieses Mal an den Historiker Mark Feuerle.

NTH: Den Verbund mit den Unis in Braunschweig und Clausthal hält Barke für einen „Rahmen, in dem wir unsere besonderen Stärken gut zur Geltung bringen können, wenn wir es wollen“. Die mit der NTH eingereichten Anträge für die Exzellenzinitiative des Bundes wertete er als Erfolg, betonte aber auch, dass die Organisationsstruktur des Verbundes noch verbessert werden müsse. Die Einheit, zu der die Leibniz-Uni zusammengewachsen sei, dürfe dabei nicht beeinträchtigt werden.

Stadt und Wirtschaft: Barke sieht seine Hochschule in der Stadtgesellschaft gut verankert. Ein Beispiel seien die Kooperation mit regionalen Wirtschaftsunternehmen wie der Messe AG.

Juliane Kaune

08.01.2011
Andreas Schinkel 07.01.2011
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