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Aus der Stadt Unter der Stadtbahn in Hannover bröselt Beton
Hannover Aus der Stadt Unter der Stadtbahn in Hannover bröselt Beton
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22:10 16.09.2010
Von Bernd Haase
Deutlich zu erkennen: Am Schienenauflager ist der Beton abgeplatzt. Quelle: Handout

An zwei neuen Strecken der Stadtbahn müssen umfangreichere Sanierungsarbeiten vorgenommen werden, weil bei den sogenannten Schienenauflegern der Beton bröselt. Es handelt sich um die erst Mitte 2006 in Betrieb gegangene Stadtbahnstrecke nach Isernhagen-Altwarmbüchen sowie die noch nicht eröffnete Neubaustrecke nach Misburg. „Wir können den Betrieb auf der Altwarmbüchen-Strecke trotzdem aufrecht erhalten und wollen auch die Misburg-Strecke wie geplant im Dezember in Betrieb nehmen“, erklärt Stefan Harcke, Geschäftsführer der für die Stadtbahnanlagen zuständigen Infrastrukturgesellschaft (Infra).

Entdeckt worden ist der Pfusch am Bau laut Harcke im Bereich Riethorst an der Altwarmbüchen-Strecke, wo die Bahnen seitdem langsamer fahren als üblich. Da die Trasse nach Misburg nach dem gleichen Verfahren gebaut wird, haben die Techniker auch sie untersucht. „Es gibt gravierende Mängel“, sagt Harcke.

Das Problem sind Risse im Beton. Durch die kann Regenwasser eindringen, das sich bei Frost ausdehnt und Beton abplatzen lässt. Dadurch wiederum können sich die Schienenauflager lockern. Insgesamt sind auf der Misburg-Strecke 10.000 dieser Auflager eingebaut. 104 davon haben Gutachter im Auftrag angebohrt und mit einem Endoskop untersucht. 42 wiesen nach Angaben von Harcke Schäden auf.

Auftragnehmer ist in Misburg die GP Verkehrswegebau aus Halle, ein Unternehmen der Papenburg-Gruppe. Dessen Geschäftsleiter Thilo Brambach sagte, die gewählte Konstruktion für die Schienenauflager sei seit etwa zehn Jahren erfolgreich am Markt. „Das System kommt von einem Spezialanbieter, den wir beauftragt haben. Das geschah auf Wunsch der Infra“, sagt Brambach, der sich unter Hinweis auf das laufende Verfahren nicht weiter äußern will. Die Infra wiederum hat beim Landgericht beantragt, dass ein unabhängiger Gutachter die Betonteile untersucht.

Die GP Verkehrswegebau soll nun ein Sanierungskonzept vorlegen, fordert die Infra. „Erst dann können wir sagen, wie hoch die Kosten sein werden“, erklärt Harcke, rechnet aber mit einem Betrag unter einer Million Euro. Ein möglicher Sanierungsbeginn sei das kommende Frühjahr. Um mögliche Rückbaukosten zu vermeiden, erhält die Strecke nach Misburg vorerst kein lärmminderndes Rasengleis. „Die Lärmwerte bleiben aber innerhalb der zulässigen Grenzen“, betont Harcke.

Rund um die 1,3 Kilometer lange Trasse nach Misburg hatte es schon früher Ärger gegeben. Eigentlich sollte sie längst fertig sein. Ein Rechtsstreit mit der Baufirma Papenburg, der lange und harte Winter sowie Verzögerungen bei den Betonarbeiten führen dazu, dass sie nun ein Jahr später als ursprünglich geplant befahren werden kann – wenn nicht noch etwas dazwischen kommt.

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