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Aus der Stadt Wem gehört die Üstra?
Hannover Aus der Stadt Wem gehört die Üstra?
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00:16 20.01.2018
Wem gehört die Üstra? Quelle: Julian Stratenschulte
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Hannover

 Die hannoverschen Verkehrsbetriebe Üstra sind eingebettet in eine komplexe Unternehmens- und Eigentümerstruktur. Die Üstra selbst ist eine Aktiengesellschaft. Hauptgesellschafter der Üstra ist die Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Hannover (VVG), eine GmbH. Diese Holding hält 98,38 Prozent der Üstra-Anteile, 1,09 Prozent der Üstra-Aktien befinden sich im Besitz der Region Hannover. Nur ein winziger Rest der Anteile ist im sogenannten Streubesitz und wird tatsächlich gehandelt. Dadurch können minimale Käufe und Verkäufe unverhältnismäßige Kursschwankungen auslösen, die wenig aussagekräftig sind – am Mittwoch fiel der Wert der Üstra-Aktie um fast 9 Prozent gegenüber dem Vortag auf 3,72 Euro. 

Die VVG wurde 1971 gegründet. In ihr sind die Üstra, die Stadtwerke Hannover und die Infra, die Gleisanlagen und Haltestellen der Üstra baut, unter einem Dach zusammengeführt. Ein großer Teil der Gewinne der Stadtwerke wird innerhalb der VVG an Üstra und Infra verteilt – und hilft so, Steuern zu sparen. Die VVG wiederum befindet sich zu 80,49 Prozent im Besitz der Landeshauptstadt Hannover, die restlichen 19,51 Prozent gehören der Region Hannover. Die Üstra schreibt regelmäßig rote Zahlen, die Region gleicht die Schulden aus. Laut der jüngsten Bilanz waren das im Jahr 2016 rund 15 Millionen Euro. 

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Der Aufsichtsrat der Üstra besteht aus 20 Mitgliedern, besetzt mit zehn Vertretern der Anteilseigner und zehn Vertretern der Arbeitnehmer. Die Region hat Verkehrs- und Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz in das Kontrollgremium entsendet, er ist Vorsitzender des Aufsichtsrats. Außerdem sitzen dort die Mitglieder der Regionsversammlung Silke Gardlo, Ernesto Nebot Pomar und Frank Straßburger (alle SPD), Claudia Hopfe, Mike Weidemann und Eberhard Wicke (alle CDU), Frank Jacobs (AfD), Brigitte Nieße (Grüne) sowie Daniel Farnung (FDP). 

Für die Arbeitnehmer sitzen der Üstra-Betriebsratschef Christian Bickel (stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender), Margot Backhaus, Willi Degener, Metin Dirim , Holger Elix, Uwe Köhler und Anton Plöner in dem Gremium. Hinzu kommen von der Gewerkschaft Verdi Mira Ball, Martina Dierßen und Hermann Hane

Zuletzt hatte es im Aufsichtsrat innerhalb der Regionsvertreter einen Bruch gegeben. Nach der fristlosen Kündigung der Vorstände André Neiß und Wilhelm Lindenberg wegen Fehlern bei der Auftragsvergabe hatten die Arbeitnehmer gemeinsam mit Vertretern von SPD und Grünen die fristlose Kündigung von Lindenberg wieder aufgehoben. Er bekommt nun bis zum Auslaufen seines Arbeitsvertrags Ende 2018 insgesamt 200.000 Euro.

Von Mathias Klein

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