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Aus der Stadt Unternehmer fordern Mut zu Hannovers Leine-Bogen
Hannover Aus der Stadt Unternehmer fordern Mut zu Hannovers Leine-Bogen
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13:59 20.09.2010
Unternehmer fordern Mut zu Hannovers Seeprojekt Leine-Bogen. Quelle: Conrad von Meding

Die Bedenken ernst nehmen, aber trotzdem nicht gleich von vornherein alles kaputtreden – das fordert Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen zum viel diskutierten Seeprojekt Leine-Bogen. Müller ist Gründungsmitglied des inzwischen als gemeinnützig anerkannten Fördervereins, der das Großprojekt vorantreiben will. Zustimmung gibt es längst auch von außerhalb des Vereins: Vom Drogerieunternehmer Dirk Rossmann bis zum Döhrener Heimathistoriker und Leineexperten Günter Porsiel gibt es immer mehr Unterstützer für die auf Jahrzehnte angelegte Vision.

Rossmann sagt, die geplante Seenlandschaft im Norden Hannovers könne Stadt und Region auf einen Schlag attraktiver machen und den Freizeitwert erhöhen: „Wenn das zu bezahlen ist, wäre es eine tolle Vision für Hannover.“ Der Drogerieunternehmer warnt davor, das Projekt allzu sehr zu zerreden. Er hält die Idee nicht für unrealistisch – „wenn man das Projekt über viele Jahre anlegt und sukzessive verwirklicht“. Ob der Leine-Bogen ökologisch und ökonomisch vertretbar sei, müssten andere beurteilen. „Aber warum dürfen wir nicht auch mal solche Ideen haben?“


Das geplante Projekt "Leine-Bogen" in Hannover auf einer größeren Karte anzeigen

Rossmann verweist auf den ehemaligen Messechef Sepp Heckmann und seine Idee, die Expo nach Hannover zu holen. „Auch das war anfangs eine Spinnerei“, sagt Rossmann: „Man muss bei der ganzen Sache mit den Füßen auf dem Boden bleiben – das heißt aber nicht, dass man keine Visionen haben kann.“

Dieser Auffassung ist auch Unternehmervertreter Volker Müller. „Ich bin begeisterter Anhänger von Weiterentwicklungen“, sagt er. Bei seinen Reisen nach Asien stelle er immer wieder fest, dass dort große Ideen mit Begeisterung aufgenommen würden. „In Deutschland hat man oft das Gefühl, dass Großes nicht mal gedacht werden darf.“

Die Vision vom Leine-Bogen geht auf eine Ideenskizze des Architekten Peter Grobe zurück, der anregt, in der Leineaue zwischen Herrenhausen, Garbsen und Seelze das Überschwemmungsgebiet bis zur Autobahn 2 auszubaggern und einen dreigeteilten See anzulegen. „Eine phantastische Idee“, sagt Heimathistoriker Günter Porsiel: „Als das Projekt vor 20 Jahren für Hannovers Süden diskutiert wurde, hatte ich starke Bedenken wegen der teilweise extrem hohen Böschungen.“ Wenn es beim neuen Projekt im Nordwesten aber gelänge, Staustufen zum Regulieren der Wasserhöhe einzubauen, könne er der Idee nur zustimmen.

Auch Michael Beck, Chef des Standortentwicklungsprojekts Hannover-Holding, hatte sich ausdrücklich für ein konstruktives Prüfen der Idee ausgesprochen. In der Kommunalpolitik war der Vorstoß dagegen eher auf Skepsis gestoßen.

„Es könnte ein Beitrag sein, um Hannover Einmaligkeit zu verschaffen“, sagt Volker Müller. Jetzt müsse zunächst die technische Machbarkeit geprüft werden. Möglicherweise stelle sich heraus, dass alles an Problemen wie Umweltvorgaben oder hydraulischen Einschränkungen scheitert. „Aber dann“, sagt Müller, „haben wir es wenigstens versucht.“

Conrad von Meding und Felix Harbart

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