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Aus der Stadt Illegales Downloaden kostet 851 Euro
Hannover Aus der Stadt Illegales Downloaden kostet 851 Euro
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08:50 05.05.2015
Von Michael Zgoll
Illegale Downloads von Filmen verstoßen gegen das Urheberrecht.  Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Das Anschauen des Films „Kampf der Barbaren“ überstand ein weiblicher Fantasy-Fan unbeschadet, doch den Kampf gegen den Rechteinhaber und das Amtsgericht Hannover verlor die am Rand des Deisters lebende Frau. Weil sie sich den russischen 100-Minuten-Film illegal aus einem Peer-to-Peer-Netz heruntergeladen und ihrerseits zum Download angeboten hatte, muss sie nun 200 Euro Schadensersatz an eine Filmgesellschaft aus Düren zahlen. Außerdem wurde sie von Amtsrichterin Dagmar Frost zum Begleichen der gegnerischen Anwaltskosten in Höhe von 651 Euro verurteilt.

Download war bereits 2009

Der illegale Download fand bereits Ende 2009 statt; eine Sicherheitsfirma hatte festgestellt, dass der Barbaren-Film von der privaten IP-Adresse der Computerbesitzerin abgerufen worden war. Ein halbes Jahr später forderte die Filmfirma die Frau auf, wegen eines Urheberrechtsverstoßes eine Unterlassungserklärung abzugeben sowie einer Vergleichszahlung von 850 Euro zuzustimmen. Die Adressatin reagierte nicht, daraufhin reichte das Unternehmen Klage ein.

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Vor Erstveröffentlichung heruntergeladen

Die Filmfreundin aus der Deisterstadt versuchte, sich im Zuge des Zivilprozesses mit einem beliebten und häufig erfolgreichen Argument aus der Klemme zu befreien: Nicht nur sie persönlich, sondern auch andere volljährige Personen würden auf ihren Rechner zugreifen. Insofern hätte auch jemand anders den illegalen Download veranlassen können. Doch hatte ihr Einwand ein entscheidendes Manko: Die Frau kam der Aufforderung der Richterin, andere Nutzer des Computers namentlich zu benennen, nicht nach.

Erschwerend wertete Dagmar Frost, dass die Beklagte den Fantasystreifen schon einen Monat vor der Erstveröffentlichung in Deutschland herunterlud und im Netz zur Verfügung stellte. Dieser Verstoß gegen das Urheberrecht sei durchaus erheblich, da die Frau eine massenweise Verbreitung des Werks ermöglicht und die Filmfirma erhebliche Umsatzeinbußen erlitten habe.

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