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Aus der Stadt Ursachenforschung für Blackout in Hannover läuft
Hannover Aus der Stadt Ursachenforschung für Blackout in Hannover läuft
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22:55 15.07.2011
Eine Nacht, an die man sich lange erinnern wird: Ein Rettungswagen taucht die Kollenrodtstraße in blaues Licht.
Eine Nacht, an die man sich lange erinnern wird: Ein Rettungswagen taucht die Kollenrodtstraße in blaues Licht. Quelle: Daniel Reinhardt
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Hannover

„Zur Sicherheit haben wir die Kraftwerksblöcke in Leinhausen und Linden hochgefahren und uns Optionen auf Strom aus dem überregionalen Netz von e.on gesichert“, sagt Unternehmenssprecher Carlo Kallen. Das Netz sei stabil.

Theoretisch können die Stadtwerke mit ihrem Anlagenpark fast doppelt soviel Strom erzeugen wie die Stadt benötigt. Trotzdem gingen am Mittwoch die Lichter aus. Auslöser für den Stromausfall, der in einigen Stadtteilen länger als eine Stunde dauerte, waren technische Probleme im Gemeinschaftskraftwerk Stöcken und in Mehrum, die fast zeitgleich auftraten.

Was in Stöcken passiert ist, wissen die Betreiber inzwischen. Weil ein Bauteil an der Steuerung der Kohlemühle ausgefallen war, hatte diese zu viel Material in den Kessel von Block 2 geblasen. „Der Kessel hat sich überhitzt, deshalb wurde die Schnellabschaltung ausgelöst“, erläutert Kallen. Parallel versagte in Mehrum die Verbindung zum Hochspannungsnetz. Danach hing die gesamte Stromversorgung an Block 1 in Stöcken, der dazu nicht in der Lage ist. Die Folge war der Kollaps.

Für die genaue Ursachenforschung müssen die Stadtwerke laut Kallen eine Fülle an Material aufarbeiten. Dazu zählen Messwerte aus der zentralen Netzleitstelle in Ricklingen ebenso wie Störungsschreiber aus den Umspannwerken im Netzgebiet. Erforderlich sind auch Inspektionen vor Ort, vor allem im Umspannwerk Mehrum, wo die Netzschutz- und Leittechnik untersucht wird. „Erst wenn das abgeschlossen ist, können wir angeben, wie hoch der finanzielle Schaden ist“, sagt Kallen.

Inzwischen haben auch die Katastrophenschutzexperten der Feuerwehr mit der Auswertung des Großeinsatzes während des Stromausfalls begonnen. Sie gleichen die bestehenden Vorplanungen, die für alle denkbaren Szenarien angefertigt worden sind, mit den tatsächlichen Abläufen im Ernstfall ab. „Sollte sich ergeben, dass wir etwas an den ursprünglichen Plänen ändern müssen, wird das mit aufgenommen“, erklärte Feuerwehrsprecher Martin Argendorf.

Aber die Katastrophenschützer blicken nicht nur zurück. Sie versuchen auch anhand des Einsatzprotokolls des abgeschlossenen Großeinsatzes eine Vorstellung davon zu bekommen, was beispielsweise geschehen wäre, wenn der Strom am Mittwoch noch länger ausgefallen wäre. „Diese Überlegungen fließen dann ebenfalls in die Alarmpläne mit ein“, ergänzte Argendorf.

Als sich die Stadt am späten Mittwochabend schlagartig verdunkelte, rätselten die Hannoveraner über Ursache und Ausmaß des plötzlichen Stromausfalls. Bei ihrer Suche nach Antworten wurde für viele das Internetangebot der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zur ersten Anlaufstelle. Bereits wenige Minuten nach dem Blackout hatte die Onlineredaktion erste Informationen auf HAZ.de veröffentlicht. In der Spitze gab es bis zu 1200 Abfragen pro Sekunde. Innerhalb von 24 Stunden besuchten fast 100.000 Internetnutzer das Webangebot.

Bernd Haase, Tobias Morchner und Frerk Schenker

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