Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Frisch saniert: So schlimm sieht der Welfengarten schon wieder aus
Hannover Aus der Stadt Frisch saniert: So schlimm sieht der Welfengarten schon wieder aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:25 03.05.2018
Die neuen Sitzelemente im Welfengarten an der Leibniz-Universität haben schnell Graffiti-Sprayer angezogen. Quelle: Frank Wilde
Anzeige
Hannover

Monatelang ist der Welfengarten an der Leibniz- Universität umgestaltet worden, am 1. Juli soll der neue Park feierlich eröffnet werden. Doch bereits jetzt prangen auf den neu gestalteten Flächen, Bänken und Wegen Graffiti. Selbst Bäume und Büsche wurden mit Farbe besprüht. „Das ist ein riesiges Problem, wir kommen nicht hinterher“, beklagt Uni-Präsident Volker Epping.      

Monatelang ist der Welfengarten an der Leibniz Universität umgestaltet worden. Doch bereits jetzt prangen auf den neu gestalteten Flächen, Bänken und Wegen schon wieder Graffiti.

3 Millionen Euro hat die Sanierung des Parks die Universität gekostet. Die Landschaftsarchitekten haben teils die historische Wegeführung aufgegriffen, teils auch Trampelpfade in das Wegenetz übernommen. Die Bauzäune sind weitgehend verschwunden, gut einsehbare und mit Sitzmäuerchen markierte Eingänge sind an Nienburger Straße und Schneiderberg entstanden. Dafür haben Gärtner ausufernde Sträucher entfernt, sodass der Blick in den Park bereits von der Straße aus unverstellt ist. 

Anzeige

Außerdem wurde ein weißes Kunststoff-Band gebaut, welches die barocke Graft nachzeichnet. Noch sind nicht alle Wege komplett überarbeitet, außerdem fehlen noch Sitzbänke. Die dafür vorgesehenen Stellen sind bereits angelegt. „Wir haben ein wirkliches Kleinod hier, Studenten und auch die Anwohner nehmen den Park sehr gut an“, so Epping

Doch die Freude wird durch die Graffiti getrübt. Im Welfengarten waren die ersten weißen Sitzelemente bereits bekritzelt, sobald sie standen. „Damals waren die Bauzäune noch längst nicht entfernt“, berichtet Epping. Nach Konflikten um eine Veranstaltung kurdischer Studenten prangte ein verbotenes PKK-Symbol auf einem betonierten Weg. Dieses Graffito ließ die Uni zügig entfernen, allein schon aus rechtlichen Gründen. Für das Entfernen der Schmierereien an allen ihren Gebäuden plant die Universität jährlich zwischen 10 000 und 30 000 Euro ein, doch der Etat reicht nur für nötigste Reinigungen, etwa am Hauptgebäude. Ein neues Gebäude für Physikdidaktik ließ die Uni fünfmal kurz nacheinander von Graffiti reinigen, dann gab sie auf.

Bürger aus der Nordstadt haben bereits vor einigen Jahren in Absprache mit der Uni eine Art Patenschaft für das kostbare historische Chemie-Gebäude in der Callinstraße übernommen. Sobald Schmierereien auf der Mauer rund um den Vorgarten auftauchen, rücken die Anwohner mit Farbeimer und Pinsel an. Die Gruppe darf sich allerdings nur um die Einfassung kümmern. 

Die Seitenwände des Chemischen Instituts sind längst großflächig besprüht. Die Uni hat auch hier kapituliert, obwohl das repräsentative schlossartige Gebäude vor einigen Jahren für viel Geld saniert worden ist.

Von Bärbel Hilbig