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Aus der Stadt Vater erhält sein Kind zurück
Hannover Aus der Stadt Vater erhält sein Kind zurück
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20:15 03.07.2012
Von Tobias Morchner
Das Oberlandesgericht Celle hat sich im Streit um das Sorgerecht für ein achtjähriges Mädchen für den Vater entschieden. Quelle: Symbolfoto
Hannover

Vater und Tochter hatten sich fast zwei Jahre lang nicht gesehen. Nach einem Urlaubsaufenthalt im Jahr 2010 hatte sich die Mutter geweigert, mit dem Mädchen nach Hause zurückzukehren.

Im Sommer vor zwei Jahren war die Frau mit der damals Sechsjährigen vom Bundesstaat Washington nach Deutschland gereist. Die Deutsch-Amerikanerin verbrachte mit ihrer Tochter zunächst ihre Ferien im Norden der Region. Als der Aufenthalt zu Ende war, weigerte sie sich plötzlich, mit dem Kind die Rückreise in die Vereinigten Staaten anzutreten. Gründe dafür gab sie nicht an. Im Juli 2011 schaltete der Vater, der gemeinsam mit der Mutter das Sorgerecht für das Kind hat, schließlich das Gericht in Celle ein. Es ist nach dem Haager Kindesentführungsabkommen für derartige Verfahren in Niedersachsen zuständig. Zunächst schien die Verhandlung, die vor dem Amtsgericht geführt wurde, auf ein gutes Ende zuzusteuern. Denn im Verlauf des Prozesses verpflichtete sich die Mutter, das Mädchen bis spätestens Ende Januar dieses Jahres dem Vater zu übergeben. Doch diesen Termin ließ sie verstreichen. „Danach mussten wir tätig werden“, sagt Gerichtssprecher Götz Wettich.

Der Fall landete beim Oberlandesgericht. Wie erst jetzt bekannt gegeben wurde, ordnete der 18. Zivilsenat bereits am 21. Mai die Rückführung des Kindes an. Die Einwände der Mutter ließen die Richter nicht gelten. Die Deutsch-Amerikanerin hatte argumentiert, das Kind habe sich in den knapp zwei Jahren ihres Deutschlandaufenthalts an die neue Umgebung gewöhnt. Auch den Hinweis, durch die Rückführung des Mädchens werde das Kind von seiner leiblichen Mutter getrennt, griff das Gericht nicht auf. Es stehe der Mutter frei, ebenfalls in die USA zurückzukehren, so der Senat. „Am Tag der Urteilsverkündung war auch der Vater des Mädchens angehört worden, der aus den USA angereist war, damit sich das Gericht ein Bild von ihm verschaffen konnte“, berichtet der Gerichtssprecher. Direkt nach dem Urteilsspruch konnte der Amerikaner seine Tochter wieder in die Arme schließen.

Gerichtssprecher Götz Wettich sieht in dem Urteil der Celler Richter auch ein Signal für die Väter: „Sie haben die gleichen Rechte wie die Mütter.“ Kindesentführungen dürften keinen Bestand haben, weil sie letztlich eine Form der Selbstjustiz darstellten, die bei den Angehörigen Wut und Enttäuschung, bei den betroffenen Kindern aber in erster Linie extremen Stress und Kummer hervorrufen würden, führt der Jurist weiter aus. Nach seinen Angaben muss die Mutter des Kindes derzeit kein Strafverfahren wegen Kindesentführung fürchten. „Es ist mir nicht bekannt, dass es Ermittlungen gegen sie gibt“, sagt Wettich.

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